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Niederkrüchten
Ehemann aus Holz geschnitzt

Niederkrüchten: Ehemann aus Holz geschnitzt
Jedes Stück ein Unikat: Hobbykünstler präsentierten die Ergebnisse ihrer schöpferischen Freizeitbeschäftigung. Einige ließen sich auch bei der Arbeit über die Schulter schauen. FOTO: Franz-Heinrich Busch
Niederkrüchten. Viel zu sehen gab es gam Sonntag auf der "Kreativa" in der Begegnungsstätte in Niederkrüchten. Aussteller aus der Region präsentierten dort ihre zuweilen ungewöhnlichen Hobbys. Ein Ehepaar baut Marionetten. Von Victoria Schöndelen

Hugo, der Herrliche, und Berta, die Beleuchtete, begrüßten die Besucher der Kreativa am Eingang der Begegnungsstätte. Die zwei Holz-Hirsche mit den lustigen Namen sind die Arbeit von Thomas Dittrich. "Hirsche aus Holz gibt es viele", sagte er. "Ich wollte die Tiere mit besonderen Dekorationen aufpeppen."

Deshalb schmücken nun bunte Kugeln und Lichterketten die Geweihe der Holzfiguren – zur anstehenden Weihnachtszeit eine schöne Idee. Dittrich war einer von etwa 45 Teilnehmern der Kreativa 2011, die zum zweiten Mal das Kulturamt der Gemeinde organisiert hat.

Sehen und erleben

Unter dem Motto "Kreativität sehen und erleben" präsentierten die Aussteller gestern ihr kreatives und handwerkliches Können. Wer hier ein Präsent kaufte, konnte sich über ein individuelles Einzelstück freuen. Schon kurz nach der Eröffnung herrschte im Saal reges Treiben. Neugierig schlenderten die Besucher von Stand zu Stand, beugten sich interessiert über die Produkte und ließen sich von den Ausstellern beraten.

Auch den Entstehungsprozess konnten sie bestaunen: Es wurde gestickt, gefilzt und geflochten. Besonders groß war die Auswahl an Schmuck. Das sah Schmuckdesignerin Mara Sauer allerdings gelassen: "Konkurrenz belebt das Geschäft." Außerdem ist dank der vielen Variationen für jeden Geschmack etwas dabei.

Neben Fotokunst, Glasarbeiten und Malerei stach das außergewöhnliche Hobby von Gaby und Stephan Hillebrandt hervor: Das Ehepaar baut Marionetten. Von den Holzpuppen waren die beiden schon immer begeistert, erzählte Gaby Hillebrandt. Irgendwann kam ihr dann der Gedanke: "Das kann ich auch!"

Mittlerweile investieren sie und ihr Mann viel Zeit und Sorgfalt in ihr Hobby, bauen Marionetten in allen Größen und Bauarten. Auch die detailreiche Kleidung der Puppen nähen sie selbst. "Unsere Marionetten sind voll funktionsfähig, allerdings sind sie für die meisten Menschen eher als Dekoration interessant", sagte Stephan Hillebrandt.

So wie für eine Kundin, die ihren Mann als Marionette verewigen lassen wollte. Dafür schickte sie ein Foto an Gaby und Stephan Hillebrandt, die dann daraufhin die Holzpuppe anfertigten – inklusive der spezifischen Kleidung des Mannes, der als Koch arbeitet.

Ähnlich wie bei Gaby und Stephan Hillebrandt ist auch die Arbeit von Thomas Dittrich Familien-Angelegenheit. Auch die Idee zu den Hirschen ist im Kreise der Familie entstanden – ebenso wie die außergewöhnlichen Namen der Kunstwerke.

Auf der Ausstellung erhieltDittrich tatkräftige Unterstützung von seiner Tochter Michelle. "Ich kümmere mich in erster Linie um den Verkauf, den kreativen Part überlasse ich meinen Eltern", erzählte sie.

Viel Zeit, "fast schon zu viel Zeit", verbringt Dittrich mit seinem Hobby. Rentabel ist die Freizeitbeschäftigung dabei allerdings nicht. Doch wie die meisten der Aussteller auf der Kreativa vertrat er die Meinung: "Darauf kommt es ja auch nicht an."

Quelle: RP
 
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