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Viersen
Ehrenamtlerin fühlt sich ungerecht behandelt

Viersen: Ehrenamtlerin fühlt sich ungerecht behandelt
Almut Grytzmann-Meister - hier vor dem Hinweis auf Rattengift am Friedhof Löh - hätte sich ein Gespräch mit der Stadt gewünscht. FOTO: Franz-Heinrich Busch
Viersen. Weil sie auf dem Friedhof Löh Katzen fütterte, soll die Viersener BUND-Vorsitzende ein Bußgeld bezahlen

Seit einigen Wochen macht Almut Grytzmann-Meister um den oberen Teil des Löhfriedhofs einen Bogen. "Wenn ich dort Katzen in Note sehen würde, könnte ich nicht weggucken", sagt die Viersenerin. Darum geht sie dort gar nicht erst hin. Die Katzenschützerin vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Kreisgruppe Viersen, soll ein Bußgeld bezahlen - weil sie auf dem Friedhof Futter ausgelegt hat.

Mitte Mai hatte das Ordnungsamt auf dem Friedhof Boxen mit Gift aufstellen lassen. Ein Nachbar hatte sich über Ratten beschwert. Laut Stadt sollen sie von jenen Futterstellen angezogen worden sein, die Grytzmann-Meister regelmäßig auffüllt. Mitarbeiter hatten daraufhin Unterstände und Futterschalen entfernt und ein Ordnungswidrigkeitsverfahren gegen Grytzmann-Meister angestrengt. Laut Friedhofssatzung ist das Füttern von Tieren auf dem Gelände verboten.

Die Viersener Katzenschützerin ist erbost. "Zwölf Jahre lang hat es die Futterstellen gegeben", sagt sie. "In dieser Zeit habe ich nicht eine Ratte gesehen." Die Betreuung hatte sie vor etwa einem Jahr übernommen, nachdem ihre Vorgängerin vom Katzenschutzverein "Vier Pfötchen" gestorben war. Grytzmann-Meister hätte sich gewünscht, dass die Stadt das Gespräch mit ihr sucht, anstatt sie nach eigener Aussage so zu überfallen - denn mit der Friedhofsverwaltung habe eine mündliche Absprache bestanden. Zehn bis 15 Katzen seien in dieser Zeit auf dem Friedhof betreut und auf eigene Kosten kastriert worden. Um die Population von wilden Katzen nun unter Kontrolle zu halten, fordert die Viersenerin von der Stadt eine Kastrationspflicht.

Dem Ordnungsamt waren weder die Futterstellen noch Ratten bekannt, sagt Thomas Biener aus der Abteilung Ordnung und Straßenverkehr. Erst als der Hinweis des Nachbarn kam, seien Mitarbeiter der Sache nachgegangen. Er äußert Verständnis für die Forderung Grytzmann-Meisters nach einer Kastrationspflicht. "Allerdings haben wir dafür keine Kapazitäten", sagt er.

(emy)
 
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