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Brüggen
Ein blaues Wunder für Familien

Brüggen: Ein blaues Wunder für Familien
Max (Christian Stock) und Bello (Michael Koenen) üben Bällchenfangen. Doch was ein Junge erst zu tun hat, wenn er dem Hund beibringen soll, ein Mensch zu sein, wird Max später herausfinden. FOTO: Busch
Brüggen. Das Niederrheintheater probt derzeit im Schloss Dilborn das neue Kindertheaterstück "Herr Bello und das blaue Wunder". Paul Maar, der Vater des berühmten "Sams", hat das Stück geschrieben. Nächste Woche feiert es in Goch Premiere, in Brüggen ist es am 6. Mai erstmals zu sehen. Von Birgitta Ronge

Noch einmal zupft sich Michael Koenen die Perücke zurecht, die einem Mozart-Kostüm den letzten Schliff verleihen würde. Schwarze Punkte hat er auf das weiße Kunsthaar gesprüht, "aber die gehen immer wieder ab, da müssen wir uns noch etwas anderes überlegen". Zum Dalmatiner-Anzug trägt er ein Leucht-Halsband. Koenen verkörpert in dem neuen Kindertheaterstück "Herr Bello und das blaue Wunder", für dessen Premiere das Niederrheintheater in den vergangenen Wochen probte, Hund und "Mönsch" zugleich: Koenen ist "Bello" ebenso wie "Herr Bello" – wenn der blaue Saft seine Wirkung tut.

Ursprünglich hatte das Niederrheintheater, das in Schloss Dilborn bei Brüggen seine ständige Spielstätte hat, die "Hotzenplotz"-Reihe fortsetzen wollen. Im vergangenen Jahr hatten Koenen und Regisseurin Verena Bill mit der Geschichte vom Räuber mit den sieben Messern begonnen und überlegt, jährlich eine Hotzenplotz-Fortsetzung zu spielen. "Doch dann haben wir unserer Tochter Nora die Geschichte von ,Herrn Bello' vorgelesen und waren sofort begeistert", erinnert sich Koenen.

Paul Maar, der Schöpfer des berühmten "Sams" mit den blauen Wunschpunkten, schrieb 2005 das Kinderbuch über einen Hund, der durch einen blauen Zaubersaft zum Menschen wird – und trotzdem auf dem Teppich schlafen, aus der Schüssel saufen und Besuchern das Gesicht ablecken will. So entstehen urkomische Situationen, dass nicht nur die jüngsten Zuschauer (geeignet ist das Stück für Kinder ab vier Jahre) quietschen werden vor Vergnügen. Das Niederrheintheater ist es gewöhnt, große Stücke in kleiner Besetzung zu spielen. So mimt Koenen neben Bello und Herrn Bello auch die Figur des Apothekers Sternheim. Der Kölner Filmschauspieler Christian Stock stellt Sternheims Sohn Max dar, der nun versuchen muss, seinem Hund in Menschengestalt all das beizubringen, was den Menschen zum Menschen macht. Auch Verena Bill muss rasch die Kostüme wechseln: Sie ist die von Herrn Bello und Apotheker Sternheim gleichsam angebetete nette Nachbarin Verena Lichtblau, außerdem eine alte Dame, eine Polizistin und Frau Huhn, die ihr Schicksal mit Bello teilt.

Rund einen Monat lang hat das Niederrheintheater nun in Schloss Dilborn das neue Stück geprobt, an Requisite und Bühnenbild gefeilt. Mit ein paar Handgriffen lässt sich zum Beispiel das Interieur der Apotheke in ein gemütliches Wohnzimmer verwandeln, "aber auch das muss geübt werden, damit wir uns nicht in die Quere kommen", erzählt Verena Bill lachend. Auf die Premiere in Goch am nächsten Mittwoch sind die Schauspieler besonders gespannt. Bill: "Die Bühne im Gocher Forum Kastell ist viel größer als die in Dilborn. Das ist eine Herausforderung."

Quelle: RP
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