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Brüggen
Ein Eiszeitjäger wirbt fürs Jagdmuseum

Brüggen: Ein Eiszeitjäger wirbt fürs Jagdmuseum
Die Ausstellung im Museum Mensch und Jagd beleuchtet 300 000 Jahre Jagd. Die Aufforderung an die Besucher: "Entdecke den Jäger in Dir!" FOTO: Busch
Brüggen. Ein Marketingkonzept soll das Museum Mensch und Jagd in der Burg Brüggen bekannter machen und so mehr Besucher locken. Von Birgit Eickenberg

Die Gemeinde Brüggen hat ein umfassendes Marketingpaket geschnürt, um das Museum Mensch und Jagd in der Burg Besuchern näherzubringen. Als Botschafter des Museums wurde ein lebensgroßer "Eiszeitmensch", eine Stele, vor dem Burgtor aufgestellt. In einem Display wird dort auf ständige und wechselnde Ausstellungen in der Burg hingewiesen.

Der erste Vorsitzende des Fördervereins des Museums Mensch und Jagd, Gerhard Thomas, berichtete bei der Aufstellung der Stele, dass vor allem der 190 Seiten starke Museumsführer "300 000 Jahre Jagd" von Fachleuten und Besuchern hoch gelobt wird. Die Qualität des wissenschaftlich orientierten Museumsführers überzeugt. Weitere Marketing-Instrumente sind Flyer und ein zweisprachiger Audioguide, der besonders niederländische Besucher begeistert.

"Der Eiszeitjäger war schon eine Woche auf der Messe "Jagd und Hund" in Dortmund am Stand der Burggemeinde und nun hat er hier vor der Burg seinen Platz gefunden", sagte Thomas sichtlich erfreut. Bürgermeister Frank Gellen berichtete, dass aktuell Controlling-Zahlen ermittelt werden, ob das Konzept für die Nutzung der Burg greift. Die Burg ist in Privatbesitz, sie gehört der Familie Strötges. Die Burggemeinde ist Pächter der Burg.

"Wir möchten natürlich die Potenziale der Burg nutzen. Beispielsweise gibt es die Vorstellung, die Angebote bei Ambiente-Hochzeiten im Kultursaal auszuweiten, dass dort auch die Möglichkeit für einen Sektempfang geschaffen wird", sagte Gellen, der sich darüber klar ist, dass Kulturangebote immer defizitär sind. Er fügt an: "Wir schnüren Angebotspakete für Familien und sind einen Verbund mit der Jugendherberge eingegangen." Auch mit den Gemeinden Beesel und Roermond laufen Gespräche zu einem möglichen Schüleraustausch. Das künftige Amt für Wirtschaftsförderung, Kultur und Tourismus soll die Veranstaltungsangebote verzahnen. Gellen: "So entstehen Synergien."

"Es wird für die Burgnutzung weitere Bausteine geben, die zu einer permanenten Verbesserung führen", glaubt Gerhard Thomas. Er ist mit der ehrenamtlichen Museumsleiterin Bärbel Weinmann in vielen Museen unterwegs, um sich "schlau zu machen".

"Unser Ziel ist die Auslastung des Museums", so der Bürgermeister. Aus diesem Grund sollen die Schulen zu Besuchen im Museum Mensch und Jagd animiert werden, der Eintritt soll dann für die Schüler kostenfrei sein. Thomas fügte an: "In der unteren Ausstellung muss etwas getan werden, das ist unstrittig, aber ganz ehrlich weiß ich nicht, wie das finanziert werden soll." Gellen verwies auf bestehende Programme bei den EU-Förderungen. Im Zusammenhang mit einem Schüleraustausch und dem gemeinsamen Erlernen der Nachbarsprachen könnten dabei auch Programme für eine Finanzierung der Angebote in der Burg greifen.

Kritik kam auf, nachdem die Förderung des Jagdmuseums aus Mitteln der Jagdabgaben nicht mehr möglich ist und die Gemeinde trotz der wirtschaftlich schwierigen Lage den Betrieb des Museums komplett selbst finanzieren muss. Mit dem neuen Konzept hofft die Burggemeinde, dass sich das Museum besser trägt und in der Öffentlichkeit verstärkt wahrgenommen wird.

Quelle: RP
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