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Viersen
Ein Fest zu Ehren des pfiffigen Franzosen

Viersen: Ein Fest zu Ehren des pfiffigen Franzosen
Stangen in den Farben Frankreichs wiesen gestern den Weg zum R4-Fest; am Wegesrand grüßte ein zitronengelbes Modell des Wagens, dessen Produktion 1983 eingestellt wurde. FOTO: Busch
Viersen. 1961 feierte ein Renault-Klassiker seine Premiere bei der Internationalen Automobil-Ausstellung in Frankfurt. 55 Jahre später lud der Viersener R4-Club gestern zum Sommerfest ein — und zeigte auch ein Modell mit integrierter Badewanne Von Lena Meyer

Stolz präsentiert Wolfgang Kaum, Gründer des Viersener R4-Club, Fotos, Zeitungsausschnitte und diverse Devotionalien zur Geschichte seiner Interessengemeinschaft. Die Sammlung ist im Posterformat in Kaums aufwendig dekorierter Garage aufgehängt, lädt dabei zum Blättern und, für die zahlreichen Mitglieder, auch zum Erinnern ein. Die Gruppe blickt auf eine lange gemeinsame Geschichte zurück, denn die Renaultliebhaber verbindet bereits seit mehr als 30 Jahren die Freude an Autoumbauten, Festtagen und natürlich dem Fahren. Ein Modell hat es dem Klub besonders angetan: Der Renault R4 war und bleibt Mittelpunkt für alle Mitglieder. "Ich hatte mich zunächst mit dem Käfer beschäftigt", erinnert sich Kaum, "aber dann habe ich einen Renault-Mitarbeiter kennengelernt, der mich auf den R4 gebracht hat."

Ihren Ausgang nahm die Geschichte des ehemaligen Vereins am R4-Stützpunkt an der Freiheitsstraße. Jahrelang wurde hier geschraubt und umgebaut, aber auch gefeiert. Kaum blättert durch die Fotos aus der Zeit und sagt schmunzelnd: "Diese Umbauten wären heute gar nicht mehr erlaubt." Zu sehen sind zum Beispiel eine kleine Badewanne im Rückraum eines Cabrios, zwei zusammengeschweißte R4 bei einem Karnevalsumzug und eine Lokomotive aus Einkaufswagen und R4-Teilen.

"Wenn ich bremse, werden alle nass." R4-Club-Gründer Wolfgang Kaum neben seinem Badewannen-R4. FOTO: Busch Franz-Heinrich sen.

Ein Höhepunkt in der Geschichte des R4-Clubs war eine Parisfahrt in 2001, zum 40. Geburtstag des Renaultmodells, das beim Club im Vordergrund steht. Daran erinnern soll auch der Preis, den die Besucher des großen Sommerfestes beim R4-Club am vergangenen Wochenende gewinnen konnten - eine Reise nach Paris. Das unter der Schirmherrschaft des Viersener Vize-Bürgermeisters Willy Bouren ausgerichtete Fest stand ganz unter dem Motto "Vive la France", war dabei aber nicht nur etwas für Renaultfans. Auf dem großzügigen Gelände des R4-Clubs konnten die Besucher an einem eigenen Strand aus Pool, aufgeschüttetem Sand und aufgemalten Palmen entspannen oder den Museumsgarten mit selbstgebauten Stücken rund um den R4 erkunden. Hier finden sich zum Beispiel ein zu Schrott gepresstes, mittlerweile überwuchertes Modell, eine Schaltzentrale aus einem alten Getriebe und Schaltstöcken, sowie eine Figur namens Jasmin, deren Scheinwerferaugen blinken. Besonders gerne erinnert Kaum sich an die Fahrten mit dem Badewannen-Cabrio. Mit einem Griff aktiviert er den nach wie vor funktionierenden Mechanismus. "Ich bin damit zur Tour de Düsseldorf gefahren, und die Leute haben ganz neugierig auf das Wasser in der Wanne und den Umbau geschaut. Dann habe ich kurz abrupt gebremst und dann sind sie alle nass geworden", erzählt der Gruppengründer lachend.

Der Renaultliebhaber möchte bei den Festen der Gemeinschaft für jeden Besucher etwas bieten. "Das hier ist nicht nur etwas für R4-Freunde, sondern für die ganze Familie. Ich werde dabei bleiben, bis dass der Tod den R4 und mich scheidet."

Quelle: RP
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