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Schwalmtal
Ein Froschkönig nicht nur für Kinder

Schwalmtal. Die Vorbereitungen für die nächste Aufführung der Laientheatergruppe PurPur laufen auf Hochtouren. Im Rahmen des Schwalmtaler Kulturprogramms wird Ende des Monats eine moderne Version des Grimm-Klassikers gezeigt. Von Birgit Sroka

Frei nach dem Märchen der Brüder Grimm führt die Laientheatergruppe PurPur das Stück "Der Froschkönig" in einer Bühnenversion von Christa Maria Rieken auf. Doch bevor sich am Samstag, 24. September, um 16 Uhr und am 25. September um 11 und um 16 Uhr im Gemeindezentrum "Die Brücke" an der Antoniusstraße in Amern der Vorhang hebt, stehen intensive Proben an.

"Es ist ein klassisches Märchen mit tollen Rokoko-Kostümen, mit Verwandlung und Zauberei", sagt Christiane Samuel, Gründerin des Theaters PurPur. "Aber es wird auch einen Stromausfall im Schloss geben, und Erwachsene werden auch ihren Spaß haben und bei Situationen lachen, die die Kinder gar nicht so erkennen." Beispielsweise könnte dies sein, wenn eine der drei dummen Prinzessinnen betont, dass sie sehr schöne Augen haben. Die Augen werden nicht das sein, was dem Betrachter direkt entgegenspringt. In die Aufführung ist auch jede Menge Musik integriert. "Die schwungvollen Melodien dürften die meisten kennen", ist sich Samuel sicher. "Die Texte sind dem Märchen angepasst." Jedes einzelne verwendete Lied muss über die Gema angemeldet werden, Lizenzgebühren sind fällig. "Wir wollen immer wieder etwas Neues bieten und die Kinder mitreißen." Die Schauspieler singen auf der Bühne live und sorgen für Stimmung.

In einem demokratischen Prozess wurden die Rollen auf die Schauspieler verteilt. Der Freund des Prinzen ist beispielsweise eine interessante Rolle. "Wir haben lange überlegt, wie wir die Rolle anlegen", so Christiane Samuel. "Aus der ausgearbeiteten Persönlichkeit ergibt sich dann, wer die Rolle übernimmt, wer sich zutraut, den Part gut darzustellen." Mut zur Hässlichkeit hat Lucy. Sie ist das erste Jahr bei PurPur und spielt eine Unke - eine hässliche, dicke, garstige Unke und hat richtig Spaß dabei. "Meine Freundin Erika spielt bei PurPur mit und hat mir immer von der Gruppe vorgeschwärmt", begründet sie ihren Entschluss, beim Theater mitzumachen. Lucy übernimmt bei den Proben auch mal andere Rollen, falls mal jemand nicht da ist.

Julian ist für die Technik zuständig, kümmert sich um Toneffekte und das Licht. Er studiert bald Audio-Design und findet es sehr angenehm, mit den Frauen zusammen zu arbeiten. Gemeinsam wird durchgesprochen, wann welcher Effekt kommen muss, dazu hat er auch ein Textheft und kann seine eigenen Ideen einbringen. Georg Jost wird als Trompeter Mr. Magic den Conférencier geben und die Vorführung eröffnen. Silke van Baal-Reichenberg ist auch in diesem Jahr wieder für die Kostüme zuständig. Alles wird selbst genäht. Einen großen Fundus an Stoffen hat sie im Keller, auch alte Stühle oder ein Thron finden sich dort. "An Prinz Peters Kostüm wird aktuell noch gearbeitet", sagt Christiane Samuel. "Prinz Peter von Plötzenhausen bitte, das muss sein", mischt sich der Prinz ein. "Er ist immer sehr müde und furchtbar arrogant", sagt Christiane Samuel und lacht dabei.

Die Zuschauer erwartet ein Rundum-Programm, mit Kaffee und Kuchen, einer tollen Tombola, Kinderschminken und einem sehr familiären Rahmen. Pro Aufführung stehen 200 Plätze zur Verfügung. Etliche Karten stellt das Theater PurPur für Einrichtungen und karitative Zwecke zur Verfügung. Samuel: "Unser aller Ehrgeiz ist es, bis ins Detail dem Publikum das Bestmögliche, was wir bieten können, zu präsentieren."

Quelle: RP
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