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Viersen
Ein Gedicht vom Vater lässt den Ersten Weltkrieg nicht vergessen

Viersen. Peter Hüpkes schrieb 1916 Verse voller Sehnsucht nach Familie und Frieden.

Es war ein Ritual, dass zu Weihnachten in Arthur Hüpkes Kindheit gehörte wie der Tannenbaum, die brennenden Kerzen und Kugeln: "Mein Vater Peter trug ein Gedicht vor, das er im Jahr 1916 als Kriegsgefangener geschrieben hatte", erinnert er sich als jüngstes von sechs Kindern. Was für den Sohn fast wie Abenteuer klang, war für den Vater ein Moment, der viele Gefühle weckte.

"Fern von der Heimat, wo jetzt weiß liegt der Schnee", ließ Peter Hüpkes sein Gedicht beginnen. Es beschreibt die Hoffnung der Männer in Lamanon bei Südfrankreich, bald ihre Mütter, Frauen und Kinder wiederzusehen. Für den Viersener Landwirt (damals 23 Jahre) sollte es noch drei Jahre dauern, bis er entlassen wurde und noch ein weiteres Jahr, bis er mit seinen Lieben vereint war.

Das handschriftliche Original existiert längst nicht mehr. Doch die fast zwei Seiten füllenden Strophen von Peter Hüpkes wurden mit der Schreibmaschine abgetippt. Von wem, weiß sein Sohn zwar nicht mehr. Aber er war froh, als er dieses Familien-Dokument um 1970 wiederentdeckte. "Damals wurde unser Hof verkauft und ich wollte die alten Unterlagen behalten, da ich mich für die Familiengeschichte interessiere", schildert der heute 75-jährige. Unter Verträgen, Bildern und Totenzetteln entdeckte er die Verse seines Vaters. Es blieb Peter Hüpkes einziges Gedicht - endend mit der Hoffnung und voller tiefen Gottvertrauens, "dass einmal wieder wird werden die Zeit des Friedens auf Erden".

(busch-)
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