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Serie Mein Verein
Ein Heimatmuseum in der Brachter Mühle

Viersen. Die 1854 erbaute Mühle beherbergt heute ein Museum, der Schwerpunkt liegt in der Landwirtschaft. Um das Gebäude kümmert sich ein Verein Von Ingrid Flocken

BRÜGGEN "Vision: Aus Mühle wird Museum" schrieb die Rheinische Post am 11. März 2002. Die Brachter Mühle, erbaut 1854, war für den damaligen Bürgermeister Gerhard Gottwald "ein ungeöffnetes Schatzkästlein", aus dem inzwischen ein hervorragend bestücktes und gepflegtes Museum Brachter Heimatgeschichte geworden ist. Rundherum wurden Einfamilienhäuser errichtet, so dass die Mühle ein schönes Eingangstor zu diesem Baugebiet geworden ist.

Am 27. November 2003 trafen sich 73 interessierte Bürger, zumeist Brachter, um einen "Förderverein Brachter Mühle" zu gründen. Gottwald machte klar, dass die Mühle, 2002 von der Gemeinde Brüggen erworben, Eigentum der Gemeinde bleibe. Und da nicht die Gemeinde, wohl aber ein Trägerverein gefördert werden könne, müsse der neu zu gründende Verein "Trägerverein Heimatmuseum Brachter Mühle" heißen und so eingetragen werden. 50 Anwesende unterschrieben die Beitrittserklärung.

Bürgermeister Gerhard Gottwald wurde zum 1. Vorsitzenden, Lambert Laumans und Erich Lehnen wurden zu seinen Stellvertretern gewählt, Wilfried Bouscheljong wurde und ist bis jetzt Geschäftsführer. "Unterstützt uns - nicht nur mit Arbeit, auch mit Geld", bat Gottwald. Seine Träume von einer beflügelten Mühle allerdings haben sich noch immer nicht erfüllt. Denn die Mühle verlor bei einem Sturm 1925 einen Flügel, dann verkaufte Eigentümer Johann Oude Hengel den zweiten. Das Mahlwerk wurde anschließend elektrisch betrieben und das bewog den Landeskonservator, eine Beflügelung aufgrund des Denkmalwertes nicht zu genehmigen, sie dürfe nur in dem letzten Zustand renoviert werden.

Der neue Trägerverein, dem inzwischen auch viele jüngere Brachter beigetreten sind, befasste sich nun vor allem mit der äußeren Renovierung, der Instandsetzung des Mahlwerks und der inneren Einrichtung. Wilfried Gerhards übernahm die Renovierung der hinteren Räumlichkeiten, um dort ein Heimatmuseum mit dem Schwerpunkt Landwirtschaft zu installieren, denn Bracht war und ist dörflich geprägt. Ihm zur Seite standen - ehrenamtlich - die Brachter Handwerker, viele historisch wertvolle Landmaschinen fanden sich nach und nach ein. Ein Schmuckstück ist die in diesem Jahr erworbene kleine Lok "Susi", die früher zum Transport von Ton von der Grube zu den Ziegeleien eingesetzt wurde.

Bald organisierte der Trägerverein an Sonntagen im Sommer regelmäßige "offene Mühlentage", an denen die Besucher immer ein interessantes Ausstellungsprogramm erwartet sowie Führungen in der Mühle bis hinauf in den Turm. Den Abschluss der Saison bildet das Mühlenfest im Oktober, inzwischen hat sich auch die "Mühlenweihnacht" als Weihnachtsmarkt etabliert.

Schon zwei Mal war der Vorstand des Trägervereins auf "Mühlenbesichtigungstour", um sich umzusehen, ob nicht doch vielleicht eine Haube auf die Brachter Mühle gesetzt werden könnte. Vielleicht wird Gottwalds Vision einmal wahr.

Quelle: RP
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