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Schwalmtal
Ein Hühnerstall im Bundeswehr-Anhänger

Schwalmtal. Hobbygärtner können im Projekt "Mein Garten" Nutzfläche pachten Von Birgit Skroka

Gemüse und Obst ziehen, sich um die Pflanzen kümmern und eine gute Ernte erzielen - das ist für viele ein Traum. Denn nicht jeder besitzt einen Garten. Um Menschen ein kleines Stück Land zur Verfügung zu stellen, das sie bepflanzen können, stellt der Obstbauer Herwig Scholz-Döbelin in Kooperation mit Helmut Gotthardt Land zur Verfügung. Gotthardt selbst ist Biobauer und Betreiber des Hühner-Mobils, das seine Heimat ebenfalls auf dem Gelände zwischen Amern und Waldniel im Schagener Feld gefunden hat.

Auf Parzellen von 50 Quadratmeter können Schwalmtaler gemäß den Bioland-Richtlinien Gemüse anbauen oder eine Kräuterwiese pflegen. Betreiber Herwig Scholz-Döbelin übernimmt das Düngen und Bewässern. Eine Fläche für weitere 20 Hobbygärtner kann noch aktiviert werden. Viele junge Familien mit Kindern betreiben bereits ihre Parzelle. Obst und Gemüse, das sie selbst gezogen haben, dürfen sie selbstverständlich behalten.

Biobauer Gotthardt baut Minigurken, Brombeeren, schwarze Tomaten und Himbeeren, die er zum Verkauf anbietet. Im Treibhaus zieht er Honigmelonen. Auch da könnten Kunden Parzellen pachten. "Gerade zu Beginn des Projektes Mein Garten hatten wir viele Einsteiger. Das erste Jahr erhalten die Pächter der Parzellen eine fachkundige Begleitung", sagt Gotthardt, Rentner im "Unruhestand", wie er lachend sagt. "Das sind die Rosinen im Leben, wenn man so etwas im Alter noch machen darf." Neu ist auch eine Bioland-zertifizierte Presse für Äpfel. So erhalten Kunden den Saft ihrer eigenen Äpfel.

Neben dem Bioanbau, der Begleitung der Hobbygärtner hat Gotthardt noch ein weiteres Betätigungsfeld: Auf einer Fläche von 1.000 Quadratmetern hält er 100 Hühner der Gattung "Lohmann Huhn". Sie legen etwa 62 Gramm schwere Eier und haben einen guten Fleischansatz. Allerdings benötigt die robuste Rasse 50 Prozent mehr Futter als andere Tiere. Aufgrund ihres ruhigen Temperamentes sind sie gut für die Freilandhaltung geeignet. 80 Prozent der Tiere im Hühner-Mobil legen täglich Eier. Nach der Eiablage pflegen sie ihr Gefieder in einer Sandkuhle oder halten sich im Schatten des Fahrzeugs auf. Das Hühner-Mobil ist ein ehemaliger Bundeswehr-Anhänger mit Aufbau. Etwa ein halbes Jahr hat Gotthardt daran gearbeitet, bis es hühnergerecht war. Gefüttert werden sie mit Biofutter eines Bauern, der auch den Dung der Hühner zu Mist kompostiert. So ist es ein geschlossener Kreislauf. Zu finden ist Gotthardt mit seinen Bio-Eiern auf dem Brüggener Freitagsmarkt, auf dem er auch frisches Obst und Gemüse anbietet.

Quelle: RP
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