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Viersen
Ein neuer Masterplan für Süchteln

Viersen: Ein neuer Masterplan für Süchteln
In zwei Jahren könnten auf dem St.-Florian-Platz neue Häuser stehen, die Feuerwache ist abgerissen, ein Supermarkt hat eröffnet. Drei Varianten präsentierte die Stadtverwaltung. Alle sehen vor, den Platz an die Hochstraße anzubinden. FOTO: Franz-Heinrich Busch
Viersen. Der St.-Florian-Platz wird neu gestaltet, Süchteln wird zum Ausflugsort für Kletterer, Wanderer und Wassersportler: In der Aula der Johannes-Kepler-Realschule stellte die Stadtverwaltung jetzt den Vorentwurf für ein Stadtteilkonzept vor Von Nadine Fischer

Die Freiwillige Feuerwehr zieht an die Ratsallee, dafür siedelt sich am alten Standort auf dem St.-Florian-Platz ein 800 bis 1200 Quadratmeter großer Supermarkt an: Diese Idee stellten Mitarbeiter der Stadtverwaltung jetzt bei einer Bürgerinformation zur Perspektivenplanung Süchteln vor. Da fühle man sich doch veräppelt, kommentierte einer der rund 130 Gäste in der Aula der Johannes-Kepler-Realschule. Schließlich hätten die Süchtelner bei vergangenen Treffen zur Perspektivenplanung deutlich gemacht, dass sie auf dem Platz keinen großen Supermarkt haben möchten. "Es ist ja noch nichts entschieden", betonte Karen Krätschmer, Leiterin der Abteilung Stadtplanung. Drei Varianten, wie der St.-Florian-Platz in ein paar Jahren aussehen könnte, zeigte die Stadtverwaltung. Sie sind Teil eines Vorentwurfs für das integrierte Stadtteilentwicklungskonzept, mit dem Ende 2017 bei Land und Bund Fördermittel beantragt werden.

Seit Sommer 2016 arbeitet die Verwaltung an einem Konzept für den Stadtteil, tauscht sich mit Bürgern und Politikern aus. Darüber hinaus untersucht das Dortmunder Planungsbüro Post und Welters, wie Süchteln als Wohnort attraktiver wird, wie sich mehr Besucher in die Innenstadt locken lassen.

"Es gibt keinen richtigen Anziehungspunkt", sagte Anna Jentgens vom Planungsbüro. Wegen seiner Lage müsse sich Süchteln als Freizeitziel mehr profilieren, betonte sie. Das ziehe Touristen an, und das komme Einzelhändlern und Gastronomen in der Fußgängerzone zugute. Sie schlug einen "Masterplan Grün" vor, etwa mit Trittsteinen, die gut sichtbar quer durch den Ort die Süchtelner Höhen, Innenstadt und Niers verbinden. An der Niers könne außerdem ein Parkplatz für Wanderer angelegt werden, kombiniert mit einer Kanustation - eine Idee, die Anwohner ablehnten, weil sie befürchten, dass damit Grünflächen wegfallen und die Besucher für zu viel Lärm sorgen.

Wichtig sei es auch, den Busbahnhof und Bushaltestellen barrierefrei zu gestalten, riet Jentgens. Ein neu eingestellter Quartiersmanager könnte Vereine, Bürger und die Stadtverwaltung vernetzten und Projekte betreuen: zum Beispiel einen Stadtplan für Kinder und ein Lichtkonzept für historische Gebäude mitentwickeln. "Man sollte auch über eine Erschließung der nördlichen Innenstadt über Grefrather Straße und Hochstraße nachdenken", sagte sie. Es sei aber nötig, vorher noch ein Verkehrskonzept zu erstellen, forderte ein Bürger: "Das Verkehrsaufkommen ist heute schon sehr hoch." Die Innenstadt an die Hochstraße anzubinden, sehen auch alle drei Varianten für einen neu gestalteten St.-Florian-Platz vor. Dabei würde mitten über den Platz ein neuer Weg von der St.-Florian-Straße zur Hochstraße führen. Variante 1 sieht vor, dass zusätzlich zum Supermarkt Wohnungen und Praxen gebaut werden. In Variante 2 entsteht auf dem Platz ausschließlich Wohnraum, die Feuerwache wird an der Ratsallee neu gebaut, dafür würde dort ein ehemaliger Getränkehandel abgerissen. Am alten Standort des Netto-Supermarktes an der Hochstraße könnten ein Biomarkt oder eine Drogerie eröffnen. In Variante 3 bleibt die Feuerwache auf dem St.-Florian-Platz und wird saniert. Auf der Fläche an der Ratsallee wäre Platz für Wohnungen und eine Kindertagesstätte. Dieses Grundstück gehöre derzeit aber nicht der Stadt, betonte Stephan Aldekirchs vom Fachbereich Stadtentwicklung und Planung. Er stellte auch Pläne für die Süchtelner Höhen vor: Am Sportpark könnte die Zahl der Parkplätze von 170 auf 200 erhöht werden, es werde geprüft, ob bei Bedarf umliegende Felder "als temporäre Stellplätze" dienen könnten. Dies müsse mit Sportvereinen und dem Betreiber des Kletterwalds geplant werden. Im nächsten Schritt erstellt die Verwaltung das integrierte Stadtteilentwicklungskonzept. Voraussichtlich Mitte 2018 sind die Fördermittel dafür bewilligt. Doch schon vorher würden erste Maßnahmen umgesetzt, kündigte Aldekirchs an.

Quelle: RP
 
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