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Serie Was Ist Drin Im Einsatzfahrzeug? (5)
Ein roter Knopf lässt Blaulicht blinken

Serie Was Ist Drin Im Einsatzfahrzeug? (5): Ein roter Knopf lässt Blaulicht blinken
Neuer Lack drauf: Der BMW 318d touring ist mit "Polizei"-Schriftzug und leuchtend gelber Markierung unterwegs - und natürlich Blaulicht. FOTO: busch
Viersen. Viktor 1142, so die Funk-Kennung, heißt der neue Begleiter der Viersener Kreispolizei. Der BMW ist einer von 41 Funkstreifenwagen, die im Kreis unterwegs sind. Sein Innenleben birgt Überraschungen - etwa ein Brecheisen. Von Jochen Smeets

Der Knopf, auf den jedes Kind einmal drücken will, ist rot und befindet sich an der Mittelkonsole. Damit flackert das Blaulicht, damit ertönt das Einsatzhorn. Nicht der einzige interessante Knopf an Bord: Wenn man einen anderen drückt, blinken prägnante Botschaften im Lichtbalken auf dem Dach wie "Stopp, Polizei" oder "Bitte folgen". Ansonsten sieht das Cockpit im Streifenwagen der Kreispolizei Viersen fast aus wie das in Mamas Firmenwagen oder Papas Familienkutsche - erstaunlich normal. Im Wesentlichen ist es ein Serienfahrzeug, das jeder kaufen könnte - aber ohne Blaulicht.

Das, was einen Serienwagen zum Streifenwagen macht, wird in Duisburg eingebaut, beim Landesamt für zentrale polizeiliche Dienste. Dort ist der neue BMW 318d für Polizeizwecke um- und aufgerüstet worden, erklärt Hauptkommissar Volker Fleißgarten von der Viersener Dienststelle. Zur polizeispezifischen Ausrüstung gehören etwa die Funkanlage, der Lichtbalken auf dem Dach, das Lade- und Sortiersystem im Kofferraum und natürlich die charakteristische, jetzt blau-gelbe Beklebung. Sie macht das Polizeifahrzeug auf den ersten Blick als solches erkennbar. Und weil sich Gesetzesbrecher nicht immer auf hübsch asphaltierten Straßen bewegen, "ist die neue Generation der Einsatzwagen zudem mit pannensicheren Reifen ausgestattet", erläutert Fleißgarten.

Erst auf den zweiten Blick zu erkennen: die automatische Kamera an der Windschutzscheibe. Sie schaltet sich immer dann ein, wenn im Lichtbalken Sätze wie "Stopp, Polizei" oder "Achtung Verkehrskontrolle" leuchten. Die Kamera ist unverzichtbar, denn sie liefert Beweismittel. Damit kann bei Rechtsstreitigkeiten ein Fehlverhalten des Verkehrsteilnehmers (oder auch der Polizisten) dokumentiert werden. "So können wir gerichtsfest aufzeichnen, was passiert", erklärt der Hauptkommissar.

In dem eher kleinen Kofferraum findet sich eine große Menge an Polizei-Utensilien: Ballistische Überzieh-Schutzwesten bewahren die Einsatzkräfte vor Schüssen, etwa bei Amok-Einsätzen oder Raubüberfällen. Dazu gehören auch Material zur Spurensicherung, Drogensets, ein Feuerlöscher, Hygienesets für Erste-Hilfe, Leitkegel und Blitzleuchten zur Absicherung von Unfallstellen - und ein Brecheisen. Ein Brecheisen, ist das nicht eher etwas für die Gegenseite? "Das brauchen wir, wenn etwa ein Verletzter hinter der Wohnungstür liegt und selbst nicht mehr öffnen kann", gibt Fleißgarten ein Beispiel, wenn die Polizei selbst einen "Einbruch" verüben muss. Nicht fehlen im Bordgepäck darf der Unfallaufnahmekoffer. Er enthält ein Messrad, eine Fotokamera, Kreide, einen Profiltiefenmesser, einen Glaskörner und ein Maßband.

Übrigens: Wenn die Leasingverträge auslaufen, die das Land Nordrhein-Westfaken mit dem Autohersteller geschlossen hat, gehen die dann ehemaligen Polizeifahrzeuge auf den freien Automarkt. Natürlich befreit vom blau-gelben Polizeidesign und der polizeispezifischen Ausrüstung. Und leider auch ohne den roten Knopf.

Quelle: RP
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