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Viersen
Einbrecher zu drei Jahren Haft verurteilt

Viersen. Der Erkelenzer stahl Geld, Luxusuhren, Handys und Laptops. Damit finanzierte er seinen Drogenkonsum Von Angela Rietdorf

Nach dem Urteilsspruch nimmt ihn seine Freundin tröstend in den Arm, aber der Angeklagte wirkt kaum geknickt. Das Urteil ist in seiner Höhe wegen der vielen Vorstrafen und zu berücksichtigenden Taten nicht überraschend. Und immerhin hat der junge Erkelenzer einen Therapieplatz in Aussicht, so dass die Hoffnung besteht, den Grund für seine häufigen Straftaten zu beheben - seine Drogensucht.

Angeklagt war Marcel W. vor dem Mönchengladbacher Amtsgericht wegen eines versuchten Einbruchs in Viersen und zweier Einbrüche in Erkelenz. Im November 2015 hebelte er mit einem Schraubenzieher die Terrassentür eines Einfamilienhauses an der Beecker Straße auf, stahl zwei Handys und einen Laptop. Rund einen Monat später warf er mit einem Ziegelstein ein Fenster eines Hauses ein, nahm 400 Euro aus einem Portemonnaie und zwei Luxusuhren im Wert von 100.000 Euro mit. Dass die Uhren so wertvoll waren, war ihm wohl nicht klar, denn sie landeten im Pfandhaus. In Viersen blieb es beim Einbruchsversuch, weil eine Nachbarin aufmerksam geworden war. Mit den Einbrüchen und dem Diebesgut finanzierte er seine Drogensucht.

Der Erkelenzer wuchs als ältestes von drei Kindern bei seiner Mutter auf. Seinen leiblichen Vater lernte er erst mit 14 Jahren kennen. Er machte den Hauptschulabschluss und schloss eine Ausbildung zum Maurer ab. Aber er geriet auf die schiefe Bahn und beging 2009 einen Raubüberfall, für den er fünf Jahre und sechs Monate hinter Gittern verbrachte. "Während dieser Zeit kam er mit Heroin in Kontakt", sagte sein Pflichtverteidiger. Auf dem Höhepunkt seiner Sucht nahm er bis zu zwei Gramm am Tag.

Um Geld für die Drogen zu haben, wurde er immer wieder straffällig. Bei der Durchsuchung seiner Wohnung wurden verschiedene Beuteteile sichergestellt, die jetzt den Eigentümern zurückgegeben werden können. Zudem sind diverse Verfahren wegen Schwarzfahrens im Gange oder abgeschlossen. Der Staatsanwalt attestierte dem geständigen Angeklagten erhebliche kriminelle Energie. Sein Verteidiger wies darauf hin, dass Marcel W. jetzt einen Therapieplatz in Aussicht hat und die Therapie auch antreten will.

Unter Berücksichtigung einer Bewährungsstrafe wegen mehrfachen Schwarzfahrens wurde der Angeklagte zu einem Jahr und fünf Monaten Haft verurteilt, für den zweiten Einbruch und den Einbruchsversuch zu zwei Jahren und vier Monaten. Das Geständnis wirkte strafmildernd, auch die Drogenabhängigkeit wurde berücksichtigt.

Quelle: RP
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