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Viersen
Eine bunte Party wie in den Sechzigern

Viersen. Zur Musik der Beatles erinnerte das Salzburg Ballett in der Festhalle an den Zeitgeist der 1960er-Jahre. Die Tanzcompany brachte die Fröhlichkeit junger Menschen und die Aufbruchstimmung dieser Zeit hervorragend zum Ausdruck Von Gert Holtmeyer

All You Need Is Love", "Help", "Michelle", "Let It Be", "Strawberry Fields". Wer die Zeit der 1960er Jahre miterlebt hat, hat diese Titel noch heute in den Ohren. Selbst wer kein Beatles-Fan war, konnte die Musik dieser Boygroup aus Liverpool kaum überhören; sie war damals allgegenwärtig.

An die Beatles, ihre große Zeit und ihre Lieder erinnerte in der gut besuchten Viersener Festhalle ein stimmungsvoller Abend. Das Salzburg Ballett tanzte zwei Stunden zur Musik der Beatles. Es war gut und fürs Verständnis hilfreich, dass Ballettdirektor und Choreograph Peter Breuer zu Beginn der Veranstaltung sein Konzept erläuterte. Ärgerlich war allerdings die Tatsache, dass sein Vortrag im Programmheft für 19 Uhr angekündigt war und dann erst um 20 Uhr stattfand.

Was wollte Breuer auf die Bühne bringen? Es ging ihm nicht um Leben und Werk der vier Gruppenmitglieder George Harrison, John Lennon, Paul McCartney und Ringo Starr. Breuer ließ die Geschichten tanzen, die in den Liedern erzählt werden. Optische Unterstützung erfolgte durch Kostüme ("Piggies") oder projizierte Bilder wie das vom Roten Platz in Moskau ("Back in the U.S.S.R."). Skurril, mit übergroßen Figuren, wurde ein Titel illustriert, der, wie kolportiert wird, seinerzeit unter Drogeneinfluss entstanden sein könnte: "Lucy in the Sky With Diamonds". Witzig war auch der Einfall, zu "When I'm Sixty-Four" zwei Paare gegenüberzustellen, ein junges und ein altes.

Das bunte Leben auf der Bühne traf exakt den Geist der 1960er-Jahre. Damals gab es natürlich auch Probleme; in einer guten alten Zeit lebte man da auch nicht. Aber die Gesellschaft steckte in einem Maße voller Zukunftshoffnung und Aufbruchstimmung, wie man es sich heute kaum noch vorstellen kann. Die Fröhlichkeit junger Menschen kam hervorragend zum Ausdruck.

In seiner Tanzcompany, erläuterte Peter Breuer, gibt es nicht den üblichen Unterschied zwischen Solo- und Gruppentänzern. In der Tat traten alle Mitglieder des Ensembles solistisch in Erscheinung. Auch vor artistischen Leistungen wurde nicht zurückgeschreckt.

Die Musik nicht durch eine Revival-Band spielen zu lassen, sondern von der Tonkonserve zu nehmen, war nicht nur unter Kostenaspekten sinnvoll. So hörte man noch einmal den originalen Beatles-Klang. Damals waren auch schon dicke Boxen und große Lautstärken üblich. Trotzdem: Etwas leiser hätte die Aussteuerung schon sein dürfen. Einmal sind die ehemaligen Fans inzwischen in die Jahre gekommen und haben es gern etwas ruhiger als früher. Vor allem: Die Beatles machten nicht nur Krach, sie legten auch Wert auf geschickte Arrangements und hatten ein Gespür für leise Töne. Beides ging bei der gehörschädigenden Lautstärke etwas unter. Trotzdem: Der Abend war gelungen und fand ein begeistertes Publikum.

Quelle: RP
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