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Brüggen
Eine eigene Baugesellschaft für Brüggen?

Brüggen. Die Burggemeinde möchte mehr sozialen Wohnraum schaffen, nicht nur für Flüchtlinge. In der nächsten Ratssitzung wollen die Fraktionen über die Gründung einer kommunalen Immobiliengesellschaft diskutieren. Von Birgit Sroka

In der Gemeinde Brüggen fehlen Sozialwohnungen, und zwar nicht nur für Flüchtlinge. Die Gemeinde rechnet damit, dass Asylbewerber, die jetzt in Brüggen leben, später ihre Familien nachholen möchten. Dadurch wird sich auch die Wohnraum-Situation in der Gemeinde ändern. Nicht zu vergessen ist auch der Bedarf an Wohnungen für Hartz-IV-Empfänger. Daher überlegt man in Brüggen derzeit, wie mehr Sozialwohnungen geschaffen werden können.

In der nächsten Ratssitzung am Dienstag, 23. Februar, wird die Gründung einer kommunalen Immobiliengesellschaft Thema sein. Auch andere Modelle gibt es, um Wohnraum zu schaffen: So könnten private Investoren in den sozialen Wohnungsbau investieren - oder die Burggemeinde selbst greift tief in die Investitions-Tasche. Über günstige Darlehen wäre eine Wohnraumförderung des Landes möglich, so ist es der Sitzungsvorlage zu entnehmen. Dies käme privaten Investoren gelegen. Möchte die Gemeinde selbst handeln, könnte dies zügig auf eigenen Grundstücken der Gemeinde geschehen. Jedes Modell hat seine Vor- und Nachteile. Über die finanziellen Auswirkungen und mögliche Probleme wird Kämmerer Oliver Mankowski in der Ratssitzung sprechen.

Die Gemeindeverwaltung möchte zunächst Gespräche mit potenziellen Investoren führen und die Ergebnisse in die politischen Gremien geben, damit diese darüber beraten können. Dazu gehört neben der möglichen Auswahl von Investoren auch die Standortfrage. Bis hier Ergebnisse vorliegen, würden Planungen zu eigenen Bau-Bestrebungen zurückgestellt.

Ob Brüggen eine Wohnungsbaugesellschaft gründen sollte oder nicht, dazu haben sich die Fraktionen schon Gedanken gemacht. Die Unabhängige Wählergemeinschaft Bracht (UBW) begrüßt den Schritt. "Unsere Wählergemeinschaft hatte diesen Punkt bereits im Wahlprogramm 2014 gefordert. Allerdings bedarf es je nach Bauvorhaben einer genauen Überprüfung, ob das jeweilige Vorhaben ins entsprechende Ortsbild passt", teilt der Vorsitzende Christian Wolters mit.

Auch die CDU-Fraktion sieht "die dringende Notwendigkeit, möglichst schnell vernünftige Unterkünfte für die Flüchtlinge zu schaffen. In der Vergangenheit hat die Gemeinde auch in dieser Angelegenheit eng mit der Gemeinnützigen Wohnungsgesellschaft (GWG) für den Kreis Viersen zusammengearbeitet. Momentan ist die GWG durch die vielen Aufgaben, die durch den Flüchtlingsstrom entstehen, stark belastet. Aus diesem Umstand ergab sich die Idee einer eigenen kommunalen Wohnungsbaugesellschaft."

Mit Blick auf die Wohnstätten für Asylsuchende betont die CDU, dass sie die Sorgen der Nachbarschaft im Umfeld umgewandelter Industriebrachen oder in bestehenden Wohngebieten sehr ernst nehme. Für Neubauten seien schon geeignete Grundstücke gefunden. "Bei den Neubauten ist uns wichtig, dass nachhaltig gebaut wird und die Unterkünfte nach der Nutzung durch die Flüchtlinge unmittelbar als bezahlbarer Wohnraum für Singles, Rentner und junge Familien zur Verfügung stehen. Wir sind uns bewusst, dass auch schon jetzt Wohnraum für diese Bevölkerungsgruppen fehlt und schon jetzt entstehen muss. Deshalb hat die CDU der Verwaltung nahegelegt, umgehend die Bebauung des gemeindeeigenen Grundstücks in der Haag voranzutreiben. Hier hat die Gemeinde den größten Einfluss auf die Art der Bebauung", erklärt CDU-Sprecher Johannes Weiß. Die Grünen-Fraktion möchte zunächst geklärt haben, welche Möglichkeit kostengünstiger und risikoärmer ist. Eine gemeindeeigene Baugesellschaft müsse es nicht sein, wenn sich geeignete Partner finden, erklärt René Bongartz: "So sähen wir weniger Risiko, wenn Brüggen sich innerhalb der kreiseigenen GWG stärker aufstellte - das könnte beispielsweise eine finanzielle Beteiligung sein, um zugleich Risiken und Kosten beim Betreiben eigener Immobilien zu mindern. Ähnliche Möglichkeiten sähen wir bei einem gemeinsamen Engagement der Schwalmgemeinden. Grundsätzlich aber ist es richtig, sozialen Wohnungsbau für alle zu betreiben. Es kommt nicht auf das ,Ob', sondern auf das ,Wie' an."

Für die SPD fasst der Fraktionsvorsitzende Gottfried Optenplatz zusammen: "Es ist dringend nötig, Wohnraum zu schaffen - über die Anmietung bestehender Wohnungen, Neubau durch private Investoren mit vertraglicher Bindung oder auch eine Wohnungsbaugesellschaft. Ob dies für die Gemeinde richtig ist, muss die Berechnung der Zahlen ergeben. Leider konnte mit den bestehenden Projekten nicht, wie von unserer Fraktion gewünscht, sozialer Wohnraum geschaffen werden."

Quelle: RP
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