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Kultur-Tipp
Eine Schlacht des Wortes

Viersen. Das Museum Burg Linn geht in der aktuellen Sonderausstellung der Geschichte der Reformation in Krefeld nach. Herzstück sind zwei Luther-Bibeln von 1541 und 1544

Die Reformation sorgte vor 500 Jahren im ganzen Rheinland für Aufruhr. Erzbischof Hermann von Wied startete 1543 einen ersten Reformationsversuch, der jedoch scheiterte. Als Erzbischof Johann Gebhard Truchsess von Waldburg 1582 zum protestantischen Glauben wechselte, kam es zum Kölner Krieg (1583-1591). Die Auswirkungen waren verheerend, viele Städte im Rheinland wurden geplündert, auch Krefeld wurde fast komplett zerstört.

Aus der Reformation und der von katholischer Seite sofort gestarteten Gegenreformation wurde eine Schlacht des Wortes: Ohne die Erfindung des Buchdrucks hätten sich die Schriften Martin Luthers, seine Bibelübersetzung, aber auch die Schriften anderer Reformatoren und Gegenreformatoren nie so schnell verbreitet. Das Museum Burg Linn geht in der aktuellen Sonderausstellung "1517 - Krefeld und die Reformation" der Geschichte der Reformation im Rheinland, insbesondere in Krefeld, nach, und erzählt von Jesuiten, Täufern, Mennoniten, Hutterern, Zwinglianern, Calvinisten, Hugenotten, Waldensern und Anglikanern. Zahlreiche seltene und wertvolle Schriften werden in der Ausstellung gezeigt, darunter zwei frühe Luther-Bibeln von 1541 und 1544. Auch liturgische Geräte und Objekte sind zu sehen.

Aus der Entstehungszeit der beiden Bibeln stammt ein Augenzeugenbericht aus Krefeld: Der katholische Pfarrer Johannes Schue, der an der alten Dionysiuskirche predigte, beschreibt die Ereignisse der Jahre 1542 bis 1545. Schue wurde von dem protestantischen Landesherrn in Moers in seiner Arbeit bedrängt.

Zu sehen ist die Ausstellung im Museum Burg Linn, Rheinbabenstraße 85 in Krefeld, bis zum 3. September. Geöffnet ist dienstags bis sonntags sowie an Feiertagen, also auch heute, von 10 bis 18 Uhr. Der Eintritt kostet für Erwachsene vier, für Schüler zwei Euro. RP

Quelle: RP
 
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