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Serie Mein Verein
Einer von 1100 Heimatpflegern

Serie Mein Verein: Einer von 1100 Heimatpflegern
"Die Themen Stadtentwicklung und Denkmalschutz haben mich nicht losgelassen." Fred Pollmanns arbeitete früher in der Stadtverwaltung. FOTO: Busch
Viersen. Seit fast 50 Jahren ist Fred Pollmanns beim Verein für Heimatpflege aktiv. Das Programm reicht von der Mundart-Matinée bis zur kulturhistorischen Stadtführung. Rund 7000 Teilnehmer kommen im Jahr zu den Veranstaltungen der Heimatpfleger Von Ingrid Flocken

VIERSEN Fred Pollmanns kam 1967 nach Viersen und arbeitete bis vor einigen Jahren als Vermessungs-Ingenieur in der Stadtverwaltung. Der 71-Jährige ist mittlerweile pensioniert, aber: "Die Themen Stadtentwicklung und Denkmalschutz haben mich nicht losgelassen. Für die Geschichte Viersens fing ich an, mich zu interessieren, als ich öfter im Stadtarchiv, das sich damals noch im alten Rathaus befand, zu tun hatte." Und so trat Pollmanns schon bald in den Verein für Heimatpflege ein, wurde 1981 gemeinsam mit Albert Pauly in den Vorstand gewählt.

Der "Verein für Heimatpflege", gegründet 1956, trägt seinen Namen mit vollem Recht, wie auch Pollmanns bestätigt. Denn er pflegt nicht nur die Verbindung der Menschen mit ihrer Heimat, sondern setzt sich auch für den Schutz der Heimat - ihrer Denkmäler, ihrer Mundart, ihrer Geschichte - ein. "Wir sehen uns berechtigt, uns in alle Belange für Heimat und deren Pflege einzumischen, sei es in Viersen, Dülken, Süchteln oder Boisheim." Diesen Anspruch Paulys unterstreicht Pollmanns, er selbst veranstaltet mit einem Team Stadtführungen und kulturhistorische Stadtrundgänge.

Durch seine Tätigkeit im Bau- und Planungsamt musste sich Pollmanns mit Straßen befassen, sie in Karten einmessen. Dabei kam ihm der Gedanke, einmal die Herkunft der Straßennamen in den Viersener Stadtteilen zu ergründen. Daraus entstanden in einer Arbeitsgruppe mehrere Bücher zur Reihe "Viersen - Beiträge zu einer Stadt" des Heimatvereins.

Der Verein für Heimatpflege bietet jedes Jahr viele Veranstaltungen zur Stadtgeschichte an, im vergangenen besuchten fast 7000 Interessierte die 70 Veranstaltungen, zu denen auch Radtouren, die jährliche Mundart-Matinee und der Schülerwettbewerb in Mundart zählen. Für die Bedeutung des Denkmalschutzes, der Stadtentwicklung und der sinnvollen Stadterneuerung wirbt der Verein mit Bilderbögen, die liebens- und erhaltenswerte Details aus allen Stadtteilen Viersens zeigen.

2014 erhielt der Verein für Heimatpflege endlich auch selbst eine Heimat: den Viersener Salon in der historischen Villa Marx an der Gerberstraße. Für den Vorsitzenden Albert Pauly ging damit "ein Traum in Erfüllung". Doch Pollmanns muss immer wieder den Verein rechtfertigen: "Der Salon ist ein Ort, die Kulturszene in Viersen zu bereichern mit einem breiteren Angebot, die Veranstaltungen sind keine Konkurrenz zu anderen."

Die erste Ausstellung im Viersener Salon bot Leo Peters: "Der Niederrhein - Schauplatz europäischer Geschichte". Damit macht der Viersener Heimatverein auch deutlich, dass er mit den Geschichtsvereinen der Region zusammenarbeitet, aber auch die Sammlung und Pflege historischer und moderner Kunst gehört dazu. Zurzeit ist noch die Ausstellung "Kindheit am Niederrhein" zu sehen, die Fred Pollmanns allerdings etwas fremd ist: "Ich bin in Mönchengladbach aufgewachsen. Hier ist doch eher der ländliche Raum das Thema." Doch er hat sich gut eingelebt, gestaltet seit Jahren den Tag des offenen Denkmals mit und freut sich über die gute Zusammenarbeit mit Historikern wie René Franken.

Quelle: RP
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