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Einkaufen in Dülken — wie zu Tante Emmas Zeiten

Viersen: Einkaufen in Dülken — wie zu Tante Emmas Zeiten
"Viele bekommen glänzende Augen, wenn sie hereinkommen und sich umschauen", erzählt Margret Plettscher lachend. In ihren Regalen stehen mehr als 300 verschiedene große Teedosen, in der Vitrine sind Trüffelpralinen, Mandelnougat-Krokant und andere süße Verführungen angerichtet. FOTO: Jiota Kallianteris
Viersen. Vor 13 Jahren gründete die leidenschaftliche Teetrinkerin Margret Plettscher das Dülkener Teehäuschen. RP-Lesern verrät die 65-Jährige das Rezept für Dülkener Früchtetraum-Likör Von Jiota Kallianteris

Zahlreiche Teedosen in hohen Regalen, Wohlgerüche und Trüffelpralinen aus Schokolade, gefüllt mit allerlei Köstlichkeiten heißen den Besucher willkommen, wenn sich die Tür des Dülkener Teehäuschens an der Lange Straße 40a öffnet. Wie zu Tante Emmas Zeiten kündigt eine Türglocke mit nostalgischem Klang den Kundenbesuch an. Eine freundliche Dame erscheint hinter der Theke und fragt nach dem Kundenwunsch.

"Viele bekommen glänzende Augen, wenn sie hereinkommen und sich umschauen", erzählt Margret Plettscher lachend. An den verführerisch drapierten Trüffelpralinen bleibt so mancher Blick sofort hängen. Es gibt Sorten wie Mandelsplitter, Orange, Mandelnougat-Krokant, Cognac und Grappa oder Mokka... "Am liebsten möchten die Kunden alles kaufen, aber nach einem kurzen Gespräch kann ich meistens helfen bei der Auswahl und Empfehlungen aussprechen", so die Fachfrau.

Margret Plettscher ist selbst ein Genussmensch und kann sich schnell auf ihre Kunden einstimmen, wenn diese verzückt vor den Regalen mit den süßen Verführungen stehen und oftmals nicht wissen, welche von den vielen Sorten sie nehmen sollen.

Vor 13 Jahren beschloss die leidenschaftliche Teetrinkerin, ihre Passion für guten Tee zu ihrem Beruf zu machen und eröffnete ein etwas anderes Geschäft in Dülken. Sie wollte kein Franchise-System übernehmen, die es so oft schon gibt. "Ich möchte meinen eigenen Geschmack in mein Teelädchen einbringen können, meine persönlichen Erfahrung und vor allem, mir meine Eigenständigkeit bewahren", berichtet die gebürtige Dülkenerin. Jede Teesorte wird von ihr selbst vor dem Einkauf probiert. "Wenn mir eine Sorte nicht schmeckt und die Qualität nicht 100 Prozent ist, dann kaufe ich den Tee gar nicht erst ein", betont Plettscher. "In meinem Laden gibt es nur Dinge, die ich auch selbst gerne mag und die den Eigentest bestanden haben", erzählt die 65-jährige lachend.

Das Teesortiment ist erstaunlich breit aufgestellt. Es gibt so ziemlich alles, was man mit Wasser aufgießen kann, und man findet aufregende Sorten wie Amaretto, Weißer Engel oder Karibischen Weinachtstraum. Die konventionellen Tees wie Rooibos, Karamell und Vanille gibt es natürlich ebenfalls in dem großen Teesortiment. Hier findet also jeder "seinen" Tee und experimentierfreudige Teeliebhaber kommen sicher auch auf ihre Kosten und können etwas Neues ausprobieren. Der Tee wird immer frisch abgewogen. So fällt es leicht, sich auch auf andere Teesorten einzulassen und sich etwas weniger zum Ausprobieren abfüllen zu lassen.

Man hört den Stolz, wenn sie über ihr Geschäft und ihre Heimatstadt erzählt. "Ich kann mir nicht vorstellen, woanders als in Dülken zu sein", sagt die Teefachfrau mit Leidenschaft in der Stimme. "Dülken ist meine Heimat, hier bin ich zu Hause und hier arbeite ich. Meine Kunden kenne ich persönlich, und deren Geschichten auch. Jeder spricht mit jedem, eine unpersönliche Anonymität wie in den Großstädten kennen wir hier nicht. Wir sind eher wie eine große Familie." Das könne sie sich anderswo nicht vorstellen. "Dülken hat viele schöne Plätze zum Verweilen und Spazierengehen", fährt Margret Plettscher fort. Gerne mag sie das Siegfried-Denkmal und die Dülkener Stadtmauer mit dem Gefangenenturm. "Das hat so etwas nostalgisches und einen Hauch von Mittelalter", findet sie. "Das gibt es nur in Dülken." Mit Labrador-Mischling Teddy geht sie gerne am Ransberg und im Stadtgarten spazieren. "Wir sind umgeben von Grün und das liebe ich so, genau wie meinen Garten und mein Gewächshaus", erzählt sie mit einem Augenzwinkern.

Ihre Liebe zur Heimat erkennt man auch in dem weiteren Warenangebot des Teehäuschens. Diverse kleine Dülken-Souvenirs wie der "Dülkener Kaffepott" oder die "Dülkener Teetasse", die Pralinenschachtel mit dem "Gruß aus Dülken"-Aufdruck, den "Dülkener Rumtopf" und an den zahlreichen Postkarten mit Dülkener Motiven, welche Regale und Theke schmücken.

Auch bei den selbst hergestellten Fruchtaufstrichen aus der Region achtet Margret Plettscher auf Heimatbezogenheit. Ihre Dülkener Freundin Regina Löscher stellt alles aus heimischen Zutaten her. Jedes Glas wird liebevoll handbeschriftet und mit einem hübschen Stoff auf dem Deckel dekoriert. Warum Tee und nicht Kaffee? "Weil Tee leckerer und bekömmlicher ist. Mir ist es angenehmer, bei einer heißen Tasse Tee beisammen oder alleine zu sitzen, die Aromen zu genießen und zu entspannen. Tee ist einfach gemütlich und hat Stil", so Margret Plettscher. Und sie fügt schmunzelnd hinzu: "Genau wie Dülken!"

Quelle: RP
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