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Niederkrüchten
Elmpt bereitet sich auf Flüchtlinge vor

Willkommenskultur: Diese Menschen helfen Flüchtlingen
Willkommenskultur: Diese Menschen helfen Flüchtlingen FOTO: RP
Niederkrüchten. Ab dem 11. Dezember sollen in den ehemaligen Javelin Barracks 2500 Flüchtlinge untergebracht werden. Von Heike Ahlen

In den früheren Unterkünften der Briten in den ehemaligen Javelin Barracks sollen 2500 Flüchtlinge untergebracht werden. Bis zum 30. Juni 2016 werden sie als Notunterkunft dienen, von da an ist eine Erstaufnahme-Einrichtung für fünf Jahre geplant. Das werde vertraglich so geregelt, erklärt Niederkrüchtens Bürgermeister Herbert Winzen. Mit den Vorbereitungen hat die Gemeinde indes wenig bis nichts zu tun. "Es wird eine Landeseinrichtung, damit liegen die Aufgaben beim Land", so Winzen.

Offiziell behalten die Engländer das Gelände noch bis zum 10. Dezember. Parallel laufen jetzt aber schon die Arbeiten für die neue Nutzung. Die Notunterkünfte müssen geschaffen werden, weil der Flüchtlingsstrom so groß ist, dass die Zentralen Unterbringungs-Einrichtungen im Land voll sind. Wenn Flüchtlinge ins Land, genauer gesagt in den Regierungsbezirk Düsseldorf, kommen, dann werden sie zunächst in eine Erstaufnahme-Einrichtung gebracht. Die gibt es in Dortmund und Bielefeld. Dort erfolgen die Registrierung, die Kontrolle der Papiere, der Medizin-Check und das Stellen des Asylantrags. Anschließend kommen sie in eine Zentrale Unterbringungseinrichtung - oder jetzt eben in eine Not-Unterkunft. Während die Gemeinde sich keine Gedanken darüber machen muss, wer 2500 Betten transportiert, die drei Küchen technisch auf einen intakten Stand bringt und auch sonst alles vorbereitet, macht die Feuerwehr sich bereits mit dem Gelände, für das bisher eine eigene Wehr der Briten zuständig war, vertraut. Dabei ist bereits eins offensichtlich geworden. "Wir können die derzeit die geforderten Hilfeleistungsfristen nicht oder nur ganz knapp einhalten", sagt Niederkrüchtens Wehrführer André Erkens. Die Hilfeleistungsfrist ist die Zeit, in der eine bestimmte Anzahl von Feuerwehrleuten am Einsatzort eintreffen und mit den Löscharbeiten beginnen muss. Eine ständige Brandwache erscheine vor diesem Hintergrund sinnvoll. Das sei in anderen Unterkünften auch so geregelt.

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Kreis-Brandmeister Klaus-Thomas Riedel gibt zudem zu Bedenken, dass die Belastbarkeit einer Freiwilligen Feuerwehr auch endlich sei. Es gebe Einrichtungen, in der es zu einer hohen Zahl von Fehl-Auslösungen der Brandmelde-Anlage gekommen sei. "Wenn es diese Fehlalarme auch hier gäbe und die Freiwillige Wehr immer ausrücken müsste, dann könnte das zu Frust bei den Wehrleuten, aber auch zu Ärger mit deren Arbeitgebern führen", ergänzt Erkens. Einen weiteren Punkt möchte Riedel noch in den Fokus rücken: "Es darf keinen Unterschied für die Sicherheit eines Menschen machen, ob er in einer Villa, einem Einfamilienhaus, einer Wohnung oder einer Asylbewerber-Unterkunft wohnt." Nicht nur im Hinblick auf Elmpt, sondern auf alle Unterkünfte im Regierungsbezirk Düsseldorf haben er und seine Kreis-Brandmeister-Kollegen einen Brief mit 13 Punkten an die Bezirksregierung geschrieben. Grundsätzlich solle kein Objekt ohne gültige Baugenehmigung oder Nutzungsänderung als Unterkunft genutzt werden, heißt es darin. Wenn die vorübergehende Duldung einer nicht baurechtskonformen Nutzung verfügt werde, "dann nur unter Auflagen auch hinsichtlich des Brandschutzes".

Für die Polizei im Kreis Viersen sagt Polizeidirektor Hubert Vitt in seiner Eigenschaft als vertretender Abteilungsleiter, dass seine Behörde in engem und ständigem Kontakt mit der Zentralen Verbindungsstelle für Flüchtlingsangelegenheiten des Landesamtes für Zentrale Polizeiliche Dienste stehe. "Hierdurch ist sowohl ein Austausch mit der zuständigen Bezirksregierung als auch mit den anderen Kreispolizeibehörden des Landes, in deren Bereich sich ähnliche Einrichtungen befinden, gewährleistet", so Vitt weiter.

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Wie bereits bei der Einrichtung der Notunterkünfte in Viersen und Nettetal sowie der Zentralen Unterbringungs-Einrichtung in Willich halte die Polizei Kontakt zu den beteiligten Kommunen. "Die Polizei wird durch angemessene Präsenz die Sicherheit der Flüchtlinge sowie der Bürgerinnen und Bürger gewährleisten", verspricht er.

Quelle: RP
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