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Niederkrüchten
Elmpter Klängerklub stellt neue Geschichten auf Platt vor

Niederkrüchten: Elmpter Klängerklub stellt neue Geschichten auf Platt vor
Bürgermeister Kalle Wassong (2.v.l.) und Klängerklub-Vorsitzender Theo Coenen (4.v.l.) mit den Autoren (v.l.) Karl-Heinz Achten, Anni Küskens, Mathias Sieben, Christine Bors, Heinz Schreurs und Trude Götz. FOTO: Busch
Niederkrüchten. Im aktuellen Jahrbuch beschäftigt sich Karl-Heinz Achten mit der Rückkehr des Wolfs. In den Jahren 1810 und 1811 wurden Kinder von Wölfen angefallen

Seit 18 Jahren gibt es die Bände der Reihe "Verschäije Schtökker en Älempter Plott" (Verschiedene Stücke in Elmpter Platt). Insgesamt finden sich in allen Büchern zusammen 350 Geschichten und Gedichte, die der Vorsitzende des Klängerklubs, Theo Coenen, inzwischen katalogisiert hat. Diesmal sind es mit 23 Beiträgen mehr als sonst. Das Jahrbuch-Team rund um Karl-Heinz Achten hat die verschiedensten Themen aufgegriffen und in Mundart zu Papier gebracht.

Bevor es ein "Schtökk" ins Jahrbuch schafft, wird es auf einem der monatlichen Klängerabende im "Hanse Hüske" den Teilnehmern vorgestellt. Die meisten Geschichten haben einen historischen Hintergrund, beschreiben das Leben oder die Besonderheiten in der Vergangenheit. Aber es ist auch immer viel zum Lachen dabei - wie diesmal die Geschichte vom "Schtroavporto", dem Strafporto, aus der Feder des inzwischen verstorbenen Wilhelm In der Smitten. Die anderen sieben Autoren waren zur Vorstellung des neuen Buches ins "Hanse Hüske" gekommen, nur Illustrator Herbert Markus war verhindert.

Eine besonders spannende Geschichte steht gleich am Anfang. In "Kömmt der Wolef weär tröök?" (Kommt der Wolf wieder zurück?) setzt sich Achten mit der Frage auseinander, ob der Wolf auch am Niederrhein wieder heimisch wird und ob sich das jeder wünscht. Die Franzosen haben während ihrer Zeit in dieser Gegend Statistik geführt und verzeichnen von Juli 1810 bis Juni 1811 insgesamt 13 Kinder, die von Wölfen angefallen worden sind. Zwei Mädchen in Brüggen und Beesel konnten verletzt gerettet werden, von den anderen Kindern fanden die Helfer nur noch Körperteile oder auch gar nichts. Achten zweifelt die Statistik nicht an, denn auch in den jeweiligen Kirchenbüchern sind die Verstorbenen verzeichnet.

Andere Geschichten befassen sich mit der Heilung eines Jungen vom Mehlschorf oder mit sehr klugen Hennen, die sich von Christine Bors in der Nachkriegszeit täglich zu ihrem Auslauf fahren ließen. Auch "dea iisere Doll" (wörtlich: der eiserne Verrückte - gemeint ist der Computer) spielt in einer Geschichte eine Rolle. Den ersten Computer in Elmpt hatten Mathias Vogels und Coenens Vater Heinrich - für ihre Arbeit bei der Gemeindekasse.

Der Klängerklub stellt das Buch am Dienstag, 5. September, 19 Uhr, beim Klängerabend im "Hanse Hüske, Laurentiusstraße 15 in Elmpt, vor. Erhältlich ist es für zehn Euro schon jetzt beim Kulturamt der Gemeinde, in der Bibliothek am Laurentiusmarkt, in der Buchhandlung Boom in Roermond, im Café Achten und bei Karl-Heinz Achten.

(hah)
 
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