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Viersen
EmS-Freiwillige arbeiten aus Spaß

Viersen. Rund 200 Helfer sind beim Festival "Eier mit Speck" im Einsatz Von Birgitta Ronge

Bei Hedwig gibt es alles. "Hedwig" ist der alte Wohnwagen, der auf dem Festivalgelände steht und nicht nur Wertmarken bietet, sondern wie ein kleiner Kiosk alles, was das Camper-Herz begehrt: Deo, Shampoo, Zahnpasta, Slipeinlagen zum Beispiel. Im Wohnwagen sitzt "Chantal", eine blonde Schaufensterpuppe, und wacht über das dort deponierte Gepäck der Besucher. Auch das Handy können Festivalgäste bei Hedwig aufladen. Zum "Team Hedwig" gehört Daniela Döring. Die 49-jährige Viersenerin gehört seit acht Jahren zu den freiwilligen Helfern, die für den reibungslosen Ablauf beim Festival "Eier mit Speck" sorgen. Rund 200 Männer und Frauen sind dort an diesem Wochenende im Einsatz.

Döring saß schon an der Kasse, arbeitete backstage, seit zwei Jahren kümmert sie sich nun im Wohnwagen um den Verkauf von Wertmarken und mehr. "Wertmarken laufen am besten", sagt Döring. Auf Platz 2 liegen Zahnbürsten, auf Platz 3 Ohrstöpsel. Beliebtester Verkaufsartikel am Abend: Kondome.

Dass sie auf dem Festival arbeitet, während hunderte Menschen ein paar Meter weiter fröhlich feiern und tanzen, stört Döring nicht. "Es macht Spaß, das Ganze von der anderen Seite zu sehen. Und wir sind hier wie eine große Familie: Du kennst jeden und freust dich darauf, Leute wiederzusehen, die du sonst das ganze Jahr nicht siehst." Außerdem habe man vom Wohnwagen aus den perfekten Blick auf die Bühne - wer neben "Chantal" sitzt, verpasst keine einzige Band.

Am Merchandising-Stand verkauft Rebecca Schaffrath Festival-Shirts an Besucher - an große wie kleine: Das größte Shirt ist in 5XL zu haben, das kleinste in Größe 98. Die 42-jährige Viersenerin ist seit zehn Jahren "ein Merch-Mädchen". Sie liebt die Atmosphäre bei "Eier mit Speck" - auch deshalb, weil viele Festivalgäste jedes Jahr wiederkommen, um ein neues Shirt kaufen. "Da sieht man sich wieder, sieht die Kinder aufwachsen", sagt Schaffrath, "das ist schön."

Janine Szakacs arbeitet bei "Eier mit Speck" freiwillig im Getränkepavillon. "Das Festival ist eine gute Sache", sagt die 28-jährige Dülkenerin, "man kann froh sein, dass es das noch gibt im kleinen Viersen". Deshalb unterstützte sie das Festival gerne. Zudem sei die Einweisung der Helfer sehr gut, die Stimmung super, die Atmosphäre spitzenmäßig - und aufs Feiern müsse man auch nicht verzichten. "Im Schnitt haben wir Sechs-Stunden-Schichten, man hat also vorher und nachher genug Zeit, die Bands zu sehen."

Die Viersenerinnen Anja Giebels (50) und Yvonne Serwas (49) kümmern sich hinter der Bühne um das leibliche Wohl der Musiker. Anstrengend sei die Arbeit in der Küche, aber auch spannend: "Mal möchte eine Band ein Kilogramm Ingwer für die Stimme, mal kommt ein richtig starker Rocker an und fragt, ob wir veganes Essen hätten", erzählt Giebels schmunzelnd. Die Frauen fangen morgens an - doch zu müde, um danach noch zu feiern, sind sie nicht, berichtet Serwas: "Ich mache das jetzt seit 2009, und ich habe es bisher immer bis zur letzten Band geschafft."

Quelle: RP
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