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Viersen
Energiemanager füttert das Sparschwein

Viersen: Energiemanager füttert das Sparschwein
Energiemanager Björn Nemak hat die Verbrauchskosten der städtischen Gebäude im Blick und sucht nach Einsparpotenzial - für den städtischen Haushalt und für die Umwelt. FOTO: Busch
Viersen. Die Stadt Viersen hat mittlerweile einen eigenen Energiemanager. Seit einem Jahr kümmert sich Björn Nemak um die städtischen Liegenschaften und deren Verbrauch. Von Bianca Treffer

Wenn Björn Nemak für die Stadt Viersen einkaufen geht, will er so viel sparen, wie nur möglich ist - im großen Stil. Da kommt es schnell zu Summen im Bereich von mehreren Hunderttausend Euro. Auf der Einkaufsliste selbst stehen indes nur zwei Dinge: Strom und Gas. Nemak ist der Energiemanager der Stadt und als solcher für die Versorgung der städtischen Liegenschaften mit Strom, Wärme und Wasser zuständig.

"Durch die aktuelle Ausschreibung im Bereich Strom haben wir 136 000 Euro gespart. Auch beim Gas konnten wir optimieren und pro Jahr rund 400 000 Euro sparen", berichtet er. Seit einem Jahr ist der Wirtschaftsingenieur und Ingenieur für erneuerbare Energien bei der Stadt Viersen tätig und behält den kompletten Sektor Energie im Auge. Das reicht vom Monitoring über den Einkauf bis hin zum jährlichen Energiebericht, an dem der Düsseldorfer gerade arbeitet und der in den nächsten Monaten auf die Internetseiten der Stadt Viersen gestellt wird und somit für jeden Bürger einsehbar ist.

Verwaltungsgebäude, Kitas, Schulen und die Feuerwehrgebäude, kurzum alle öffentlichen Gebäude, hat der Ingenieur im Visier. Nemak prüft, wo Abweichungen im Verbrauch entstehen, sucht nach den Gründen und den entsprechenden Optimierungen. Energetische Sanierungen sind wichtige Themen, und die können auf vielen Ebenen erfolgen: Beim Erasmus-von-Rotterdam-Gymnasium läuft in Kürze ein Großprojekt mit Hilfe des Programms "Förderung von Klimaschutzprojekten in sozialen, kulturellen und öffentlichen Einrichtungen" vom Projektträger Jülich an. "Schulen gehören generell zu den ganz großen Verbrauchern in der Stadt. Am Viersener Gymnasium werden wir die komplette Beleuchtung in 110 Räumen sowie in zwei weiteren Turnhallen durch LED-Beleuchtung ersetzen", informiert Nemak. Das soll eine Stromersparnis von mehr als 50 Prozent zur Folge haben. Mitte 2016 soll die Umrüstungsmaßnahme abgeschlossen sein, zu der auch der Einbau von Tageslichtsteuerungen und Präsenzmeldern gehören.

Bereits eingebaute digitale Zähler, die den Ist-Zustand messen, werden nach dem Umbau zeigen, ob das angekündigte Sparpotential tatsächlich vorhanden ist. Das sei eine wichtige Voraussetzung für entsprechende Umrüstungen weiterer Einrichtungen.

Für die Anne-Frank-Gesamtschule, Standort Lindenstraße, läuft indes ein Förderantrag für eine umfassende energetische Sanierung sowie einen behindertengerechten Umbau.

Aktuell hat Nemak zudem die Eigenstromerzeugung in der Prüfung. "Wir arbeiten an einem Konzept, um Kraft-Wärme-Kopplung und erneuerbare Energien für städtische Gebäude einzusetzen und die erzeugte Energie direkt selber zu nutzen. Wir rechnen mit steigenden Strompreisen und möchten natürlich Geld sparen. Es ist jetzt eine wirtschaftliche Betrachtung, bei der die Investitionskosten den späteren Einsparungen gegenüber stehen", sagt Nemak.

Blockheizkraftwerke, die mit dem System der Kraft-Wärme-Kopplung arbeiten, sind ein wichtiges Stichwort. Sie laufen bereits erfolgreich an der Primusschule Dülken und in der Stadtbibliothek Viersen. Es freut Nemak, dass Viersen im vergangenen Jahr im Rahmen des "European Energy Awards" erstmalig ausgezeichnet wurde. In drei Jahren ist eine Rezertifizierung geplant.

In den Augen des Energiemanagers ist nicht nur die Einsparung von Kosten wichtig, wenn der Bereich in Augenschein genommen wird.

"Wir sparen Energie und leisten einen entsprechenden Beitrag zum Klimaschutz. Wirtschaftlichkeit und Klimaschutz passen gut zu einander. Zumal Viersen als Stadt in diesem Bereich auch eine Vorbildfunktion hat", sagt Nemak.

Quelle: RP
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