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Niederkrüchten
Energiepark: Vision nimmt Form an

Niederkrüchten. Es ist ein Leuchtturmprojekt: Die ReEnergie und die Energieversorger der Region wollen aus dem Militärgelände in Elmpt einen Energiepark machen. Hier soll Energie aus Sonne, Wind, Biogas und Biomasse erzeugt werden. Von Jochen Smets

Der Park für erneuerbare Energien auf dem ehemaligen Militärflughafen bei Elmpt reift von der Vision zum konkreten Plan. Entsprechend schlagkräftig ist die Truppe, die ihn verwirklichen will: die Verson Energie-Partner GmbH & Co. KG (ein Zusammenschluss der Krefelder SWK Energie GmbH, der Stadtwerke Kempen, Willich und Goch sowie der Gemeindewerke Grefrath), die NEW Re GmbH (eine Tochter des NEW-Konzerns) und die Stadtwerke Neuss bilden eine Arbeitsgemeinschaft. Ebenfalls an Bord ist die Nettetaler ReEnergie Niederrhein AG, die die Idee für den Energiepark hatte. Entstanden ist ein in dieser Form bisher einmaliges Bündnis regionaler Energieversorger. "Dieses Projekt wäre für jeden allein eine Nummer zu groß", sagt Stephan Lommetz, Geschäftsführer der Stadtwerke Neuss. Gemeinsam hätten die Partner "das ehrgeizige Ziel, in Elmpt ein Vorzeigeprojekt für das Land NRW zu schaf-fen".

Geplant sind eine Photovoltaik-Anlage mit 15 bis 25 Megawatt (MW), vier bis acht Windräder mit insgesamt 12 bis 24 MW, eine Bio-gasanlage mit 0,6 bis 2 MW und ein Biomassekraftwerk für Holzhack-schnitzel und Pellets mit 1 MW. Laut Schätzungen könnten so mindestens 55 Millionen Kilowattstunden Strom pro Jahr erzeugt werden, genug, um 15 600 Haushalte zu versorgen.

Doch für diesen Umbau ist viel Geld nötig. Das Investitionsvolumen wird auf 50 bis 100 Millionen Euro geschätzt. Die Arbeitsgemeinschaft für den Park für erneuerbare Energien ist mit einem Startkapital von 100 000 Euro ausgestattet.

Der Energiepark werde ein Vorzeigeprojekt sein, sagt Fred Heyer, Geschäftsführer der ReEnergie und der neuen Arbeitsgemeinschaft – und das nicht nur wegen seiner schieren Größe: "Wir können hier bis auf Geothermie alle Arten von erneuerbaren Energien zentral an einem Standort bündeln." Auch Forschungsprojekte seien daher denkbar, ergänzt Markus Palic. Laut dem Geschäftsführer der NEW Re und der WestEnegie könne etwa zum Thema Energiespeicherung geforscht werden.

Die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BIMA) wird den Flughafen ausschreiben. Die Partner sind zuversichtlich, dabei den Zuschlag zu bekommen. Dann soll aus der Arbeitsgemeinschaft eine Betreibergesellschaft gegründet werden, die das Projekt realisiert.

Rat ist für erneuerbare Energien

Niederkrüchtens Bürgermeister Herbert Winzen zeigte sich hocherfreut über die Pläne der Arbeitsgemeinschaft. Er verwies auf ein Konzept, das der Rat verabschiedet hat. Demnach bevorzugt der Rat zur Folgenutzung des Geländes neben Natur, Logistik und Agrobusiness insbesondere die erneuerbaren Energien. "Die Zielsetzung der Arbeitsgemeinschaft ist zu hundert Prozent identisch mit den Zielen der Gemeinde Niederkrüchten", sagte Winzen.

Wirtschaftlich könne des Projekt laut der Arbeitsgemeinschaft aber nicht nur dann sein, wenn die Europäische Union, Bund, Land oder die Kommunen die erneuerbaren Energien fördern. Die Partner gehen davon aus, dass der Strom aus erneuerbaren Energien im Zuge der Energiewende gegenüber konventionell erzeugtem Strom wettbewerbsfähig sein werde – in absehbarer Zeit.

(RP/rl)
 
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