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Viersen
"Entwicklung bei Kaiser's ist schrecklich"

Viersen. Die Mitarbeiter in den Filialen sind am Boden zerstört. Viersens Bürgermeisterin Sabine Anemüller will alles in ihrer Macht Stehende tun, um die Mitarbeiter zu unterstützen. Und immer noch gibt es ein kleines bisschen Hoffnung Von Martin Röse

Viersens Bürgermeisterin Sabine Anemüller (SPD) hat sich gestern mit großem Bedauern über die geplante Zerschlagung von Kaiser's Tengelmann geäußert. Das Unternehmen Kaiser's war 1881 in Viersen gegründet worden. "Mit großem Bedauern habe ich erfahren müssen, dass die Entscheider keine Einigung erzielen konnten. Für Viersen, die Wiege von Kaiser's, ist diese Entwicklung schrecklich", sagte Anemüller.

Tengelmann-Chef Karl-Erivan Haub hatte am Donnerstagabend angekündigt, in dieser Woche die Zerschlagung des Unternehmens vorzubereiten. In Viersen selbst betreibt Kaiser's zwei Supermärkte. Daneben sind am Lichtenberg ein Logistikzentrum sowie die ebenfalls zur Tengelmann-Gruppe gehörenden Birkenhof-Fleischwerke untergebracht. Für die Sicherung der Nahversorgung der Bürger wie auch für die künftige Nutzung der weiteren Flächen am Lichtenberg würden sich vernünftige Lösungen finden, zeigte sich Viersens Bürgermeisterin überzeugt. "Große Sorgen bereiten mir dagegen der drohende Wegfall von Arbeitsplätzen und die Folgen für die davon betroffenen Menschen", sagte Anemüller. "Hier unterstützend zu wirken, wird eine wichtige Aufgabe auch für die Stadt Viersen sein." Die Bürgermeisterin versprach: "Ich werde alles in meiner Macht Stehende tun, hier das bestmögliche Ergebnis zu erreichen." Firmenchef Haub hatte angekündigt, in der kommenden Woche Interessensbekundungen am Markt für das Filialnetz der Vertriebsregion Nordrhein und die Fleischwerke einholen zu wollen.

Die Mitarbeiter in den Filialen zeigten sich gestern wortkarg; einigen standen Tränen in den Augen. "Das Schlimme ist, dass die Ungewissheit jetzt schon zwei Jahre andauert", sagte eine Verkäuferin. "Vergangene Woche wurde uns noch Hoffnung gemacht, dass eine Fusion noch klappen könnte. Und nun sollen wir zerschlagen werden."

Allerdings hatte Tengelmann-Chef Haub den Mitarbeitern in einem Schreiben auch mitgeteilt, er habe Hoffnung, dass die Fusion mit Edeka doch noch funktioniert. Fünf Jahre Arbeitsplatzgarantie hätten die Mitarbeiter in dem Fall. Und Rewe-Chef Alain Casparros hielt auch gestern sein Angebot zu einer Komplettübernahme von Kaiser's Tengelmann zu denselben Konditionen aufrecht. Rewe würde auch das Viersener Fleischwerk übernehmen. Dazu war Edeka nicht bereit.

Quelle: RP
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