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Brüggen
Entwurf für neues Pfarrheim liegt vor

Brüggen. Die Pfarrgemeinde St. Mariä Himmelfahrt hat den Viersener Architekten Gregor Dewey beauftragt, ein neues Pfarrheim für Bracht zu entwerfen. Den Entwurf stellte er jetzt der Politik vor. Bürger können Anregungen und Bedenken äußern Von Birgit Sroka

Erstaunt reagierten die Mitglieder des Ausschusses für Wirtschaftsförderung, Stadtmarketing und Tourismus (Awisto) in Brüggen, als ihnen Architekt Gregor Dewey den Entwurf für das neue Pfarrheim in Bracht vorstellte. Der Viersener hatte die katholische Pfarrgemeinde St. Mariä Himmelfahrt Bracht damit beauftragt, ein neues Pfarrheim zu entwerfen. Es soll zwischen dem alten Pfarrhaus und dem Bischof-Dingelstad-Platz errichtet werden - das gesamte Gelände, auch der Bischof-Dingelstad-Platz, gehört der Kirche. Der Platz, der derzeit als Parkplatz, aber auch für Veranstaltungen genutzt wird, verliert voraussichtlich durch den Pfarrheim-Bau einige Stellplätze.

Erstaunt reagierten die Ausschussmitglieder deshalb, weil im Entwurf des Architekten nun einige Dinge anders dargestellt sind, als sie zuvor im Zuge der Dorfinnenentwicklungsplanung besprochen worden waren. Denn die Planung für das neue Pfarrheim hat Auswirkungen auf das künftige Erscheinungsbild des Bischof-Dingelstad-Platzes. Und dessen Gestaltung stand für die Interessengemeinschaft (IG) "Unser Bracht" auf Platz 1 der Prioritätenliste, die nach der Dorfinnenentwicklungsplanung erstellt worden war. Schon im November 2014 hatte die IG mit Vertretern der Pfarrgemeinde, der Gemeindeverwaltung und des Planungsbüros Rheinruhr-Stadtplaner eine Ortsbegehung vorgenommen und als ersten Schritt vereinbart, ein grobes städtebauliches Entwicklungskonzept zu erarbeiten. Das weitere Vorgehen sollte zwischen allen Akteuren abgestimmt werden.

Im Juni 2015 lag dem Awisto-Ausschuss ein landschaftsplanerischer Grobentwurf zur Gestaltung des Platzes vor. Dem groben Konzept wurde zugestimmt, die Verwaltung wurde beauftragt, die Umsetzung des Konzepts voranzutreiben und weitere Gespräche mit der Kirche zu führen. Der aktuelle Entwurf des Viersener Architekten greift nun mit der Ausrichtung des Pfarrsaals deutlich weiter in den Bischof-Dingelstad-Platz ein, als es die bisherigen Entwürfe vorsahen. Der Planung zufolge wären auf dem Platz dann nur noch 21 statt wie im ersten Entwurf 26 Stellplätze vorhanden. Bauamtsleiter Dieter Dresen versicherte, dass bei Bedarf im Umfeld weitere Stellplätze geschaffen werden könnten - etwa auf dem alten Spielplatz zwischen Nordwall und Neustraße. Am Nordwall wird im Park gegenüber von Netto ein neuer Spielplatz errichtet. Den alten Spielplatz hätte man in eine Grünanlage verwandeln wollen, dort könnten Stellplätze eingerichtet werden.

René Bongartz (Grüne) erinnerte an die vielen Versammlungen, die es im Zuge der Dorfinnenentwicklung mit Planerin Astrid Urgatz zur Gestaltung des Platzes gegeben hatte. "Der Dorfinnenentwicklungsplan hat viel Zeit in Anspruch genommen, um die Wünsche festzuhalten. Da finde ich hier nichts wieder", stellte Bongartz mit Blick auf den Entwurf des Viersener Architekten fest. "Die Idee war doch, den kompletten Platz bis zum alten Pfarrhaus zu öffnen. Jetzt ist er noch mehr geschlossen", so Bongartz. Gottfried Optenplatz (SPD) hingegen konnte dem Entwurf viel Positives abgewinnen. Da das gesamte Grundstück wie auch der Platz der Kirche gehört, wollte Willi Michels (CDU) wissen, ob sich die Kirche an den Kosten für die Platzgestaltung beteiligen werde. Nach Auskunft der Gemeindeverwaltung soll dies in Gesprächen noch geklärt werden.

Dewey erläuterte seinen Entwurf. Er sieht für das Pfarrheim einen modernen Kubus vor, der ein relativ kleines Raumangebot habe, was der Architekt mit dem Budget begründete: "Das ist ein Spagat, den wir stemmen müssen." Die Kirchenmauer soll am Weg zum Pfarrheim geöffnet werden, eine Pfarrwiese ist östlich des Gebäudes vorgesehen. Zwischen der Pfarrwiese und dem Pfarrheim ist ein Platz geplant, der vielfältig nutzbar sein soll. Der Hof soll an das denkmalgeschützte alte Pfarrhaus angrenzen, das ebenso erhalten bleibt wie die alte Remise. Das neue Pfarrheim soll ein Flachdach erhalten, nur der Pfarrsaal ist anderthalbgeschossig geplant.

Für den Kirchenvorstand teilte Roland Schmitz mit, dass das Bistum dem Entwurf zugestimmt habe. Bedingung sei, dass alle Gebäude separat nutzbar sein müssen. Daher müsse ein Abstand von sechs Metern zu anderen Gebäuden eingehalten werden. "Der Architekt konnte gar nicht anders, als genau so zu planen", betonte Schmitz.

Quelle: RP
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