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Viersen
Erfinder und Entdecker aus Dülken

Viersen. "Komm mit ins Abenteuerland" heißt es im Dülkener Kinder- und Jugendzentrum "Alo". Aus Paletten, Reifen, Holz, Kartons und Plexiglas entsteht während der Ferien ein beweglicher Abenteuerspielplatz Von Bianca Treffer

"Wir brauchen mehr Anschnallgurte", sagt Ella mit Blick auf die hintereinander liegenden Autoreifen, die durch bunte Plexiglasscheiben getrennt sind. Kurzerhand klemmt sich die Zehnjährige den Holzbalken unter den Arm, der bis dato den Gurt über dem Reifen symbolisiert hat. Hilfe ist gefragt und zwar in Form von Praktikant Jens. Mittels einer Säge macht er aus dem einen langen Holzstück zwei kürzere Modelle, die aber immer noch lang genug sind, damit sie auf den Reifen aufliegen können.

Was man alles mit alten Reifen, Paletten, Holz, Plexiglasscheiben, Kartons und viel Phantasie bauen kann, das zeigen die Teilnehmer der Osterferienaktion im "Alo". Unter dem Titel "Komm mit ins Abenteuerland" haben Einrichtungsleiterin Bettina Passon und ihr Team in das Dülkener Kinder- und Jugendzentrum eingeladen. 45 Kinder im Alter zwischen sechs und zwölf Jahren gehen, betreut von insgesamt 15 Mitarbeitern, Tag für Tag unter die Erfinder und Entdecker.

Ella probiert die von Praktikant Jens gefertigten neuen Gurte direkt aus. Hochheben, in den Reifen setzen und Holzgurt auf den Oberschenkeln ausbalancieren, fertig ist die Sicherung. "Unsere Bahn wird richtig cool. Wir bauen auch noch eine Cafeteria ein", meint Malou, die gerade einen großen, stabil aussehenden Karton anschleppt, den die Zwölfjährige zwischen den Reifen platziert. "Die Cafeteria braucht auch noch einen Sitzplatz", findetLotte. Die drei Mädels überlegen, wie dies bautechnisch zu realisieren ist, ohne den Karton kaputt zu machen. Lottes Augen bleiben an einer Holzplanke hängen. "Wenn alle mit anfassen, klappt es", ist sich Lotte sicher. Sekunden später unterbrechen die Jungs, die neben dem Mädchen-Dreierteam an einem Wagen bauen, ihre Arbeit. Mit Unterstützung von Betreuerin Dannie stellen sie die Planke schräg an den Karton, rollen den Reifen über die Brücke ins Pappinnere. Ein Plumps und der neue Sitz ist gelandet.

"Es ist einfach toll, die Ideen unserer Teilnehmer zu erleben. Gerade eben war es nur ein Haufen Material. Jetzt sind es ein Riesenauto und eine Bahn geworden", sagt Dannie. Clara hat indes eine ganz andere Idee. Aus einem Berg von bunten, nahezu gleichgroßen Holzklötzen hat die Siebenjährige eine mehrere Meter lange und rund 30 Zentimeter hohe Wackel-Balancier-Mauer gebaut. "Es ist gar nicht einfach, über diese Mauer zu gehen, ohne dass Klötze herunterfallen", sagt Clara, die mit weit ausgebreiteten Armen und vor Begeisterung strahlenden Augen über die Holzkonstruktion balanciert.

Wer keine Lust auf den beweglichen Abenteuerspielplatz auf dem "Alo"-Außengelände hat, der immer wieder seine Form ändert, der hat es sich innen bequem gemacht. Während das Mittagessen Möhrengemüse) einen aromatischen Geruch verbreitet, ist Kreativität bei den Klappbildern und dem Herstellen von Freundschaftsbändchen angesagt. Betreuer Peter zeigt Jeremy eine Flechttechnik für die drei rosa Wollfäden, die der Neunjährige mit Hilfe von Betreuer Kai exakt gleichlang abgeschnitten hat. "Das Band ist für meine Mama", informiert Jeremy, während der sechsjährige Timo Anthony ein Band für seinen Freund herstellt. Martha verschönert ihres mit einer Holzkugel und Henry fädelt voller Konzentration bunte kleine Holzelemente auf einen Faden. "Das mache ich für das Baby meiner Tante", erklärt der Achtjährige. Gelächter schallt vom Nebentisch herüber. Dort entstehen die Klappbilder mittels Wasserfarben, die mit den Fingern aufgetragen werden. Das sorgt für mächtig viel Spaß.

Quelle: RP
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