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Kreis Viersen
Exoten haben im Abitur keinen Platz

Kreis Viersen: Exoten haben im Abitur keinen Platz
Die Grafik zeigt welche Fächer besonders beliebt sind. FOTO: grafik
Kreis Viersen. Deutsch, Englisch und Mathematik sind die am häufigsten belegten Abiturfächer an den Schulen im Kreis Viersen.Die Vorgaben sind eng. Ein Gymnasium bietet mit Sport als Prüfungsfach eine Besonderheit Von Emily Senf

Bei den Abiturienten im Kreis Viersen stehen die Fächer Deutsch, Englisch und Mathematik hoch im Kurs. Das hat eine Abfrage bei den Gymnasien und Gesamtschulen ergeben. Allerdings bedeutet das nicht, dass diese Fächer bei den Oberstufenschülern auch am beliebtesten sind.

An den öffentlichen Schulen im Kreis Viersen stecken 935 Schüler gerade mitten in ihrer Abiturphase. Die regulären schriftlichen Prüfungen haben sie hinter sich, in den kommenden Wochen steht die mündliche Abfrage im vierten Fach an. Bei der Wahl ihres Leistungskurses (erstes und zweites Abiturfach) bewegen sich die Abiturienten des Kreises im NRW-Schnitt. Wie das Statistische Landesamt mitteilt, führten die Fächer Deutsch, Englisch und Mathematik auch hier die Hitliste der Abiturfächer im vergangenen Jahr an. Zahlen für das laufende Abitur gibt es noch nicht.

Klaus Derks, Oberstufenkoordinator am Erasmus-von-Rotterdam-Gymnasium in Viersen, erklärt die Wahl der Abiturienten so: "Es bleibt ihnen ja nicht viel übrig." Denn in ihren vier Prüfungsfächern müssen die Schüler inzwischen drei Aufgabenfelder abdecken: das sprachliche, das gesellschaftswissenschaftliche sowie das mathematisch-naturwissenschaftliche. Am Erasmus-von-Rotterdam-Gymnasium haben sich 45 der 111 Abiturienten für den Deutsch-Lk entschieden, 40 für Geschichte, 38 für Mathematik und 34 für Englisch. "Der Schwerpunkt ergibt sich jedes Jahr anders", sagt Derks. "2016 war es Englisch, nun ist es eben Deutsch." Schulleiter Christoph Hopp ergänzt: "Früher war die Streuung weiter."

Das Clara-Schumann-Gymnasium in Dülken betont Naturwissenschaften, sagt der stellvertretende Schulleiter Christian Mengen. In Biologie wurden in diesem Jahr 36 der 134 Abiturienten geprüft, in Mathematik 30, in Chemie 13 und in Physik acht. Dennoch liegt auch Erdkunde mit 36 Schülern auf Platz 3 hinter Englisch (62) und Deutsch (58). Oberstufenleiter Olaf Kalemba vom Bischöflichen Albertus-Magnus-Gymnasium sagt: "Die Zahlen in Mathematik haben deutlich zugenommen. Wahrscheinlich auch deswegen, weil die Schüler damit die Naturwissenschaften ausblenden können." Hartmut Esser, Leiter des Werner-Jaeger-Gymnasiums in Nettetal-Lobberich, bestätigt: "Die naturwissenschaftlichen Fächer belegen einige nicht so gerne."

An der Anne-Frank-Gesamtschule in Dülken liegt bei den 82 Abiturienten mit deutlichem Abstand Biologie (44) auf dem ersten Platz. Sie sei keine Schwerpunktschule, aber in Biologie und Chemie habe es schon immer zwei Lk gegeben, heißt es aus der Schule. Danach kommen ebenfalls entgegen dem Trend Pädagogik (28) und Chemie (27). Die Nachfrage nach Biologie an der Gesamtschule Nettetal sei rückläufig, sagt Beratungslehrer Alexander Kast. In Englisch dagegen würden erstmals zwei statt einem Lk angeboten. Den Spitzenrang belegt Erdkunde - bei 41 von 68 Abiturienten.

Das Gymnasium St. Wolfhelm in Schwalmtal bietet seinen Oberstufen-Schülern eine Besonderheit: Sie können Sport als viertes Abiturfach wählen - wenn sie sich für Mathematik als eines der anderen Prüfungsfächer entscheiden. Bei 17 der derzeitigen 101 Abiturienten ist das der Fall. "Und wir wollen den Informatik-Lk unbedingt halten", sagt Oberstufenleiter Jürgen Jennen. "Den hat keine andere Schule im Kreis."

Quelle: RP
 
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