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Kreis Viersen
Fachkräfte haben beste Chancen

Kreis Viersen: Fachkräfte haben beste Chancen
Sie präsentierten den Arbeits- und Ausbildungsmarkt (v.l.): Klaus Koralewski (stellvertretender Hauptgeschäftsführer der Kreishandwerkschaft), Petra Pigerl-Radtke (Geschäftsführerin Aus- und Weiterbildung der IHK), Birgitta Kubsch-von Harten (Geschäftsführerin operativ der Agentur für Arbeit) und Jürgen Steinmetz (IHK-Hauptgeschäftsführer). FOTO: aa
Kreis Viersen. Die Zahl der Arbeitslosen im Kreis Viersen ist leicht gestiegen, allerdings nicht bei den Jugendlichen. Nach wie vor sind viele Schulabgänger auf der Suche nach einer Lehrstelle. Sie sollten sich nach Alternativen zum Traumberuf umsehen Von Heiner Deckers

Als Brigitta Kubsch-von Harten, Geschäftsführerin operativ der Arbeitsagentur jetzt von der üblichen Herbstbelebung sprach, kann sie damit nur Krefeld gemeint haben. Im Kreis Viersen nämlich ist die Zahl der Arbeitslosen im Oktober um elf auf 10.602 gestiegen. Im Oktober vergangenen Jahres war die Zahl der Arbeitslosen aber um zwei Prozent höher. Für den kompletten Bezirk gilt die Tatsache, dass die Jugendlichen und jungen Erwachsenen von der positiven Kräftenachfrage profitiert haben. Im Kreis Viersen sank hier die Zahl der Arbeitslosen um 84 auf 978. "Die Quote der Jugendarbeitslosigkeit unterstreicht die erfolgreichen Maßnahmen für diese Personengruppe. Insgesamt haben wir in diesem Jahr einen robusten Arbeitsmarkt, das lässt mich positiv in den nächsten Monat schauen."

Weiter auf Rekordniveau bewegt sich die Kräftenachfrage. Im vergangenen Monat wurden allein für den Kreis Viersen 681 neue Stellen gemeldet, rund 150 mehr als im September. Vor allem in den Wirtschaftsbereichen Handel, Gesundheit, Gastgewerbe und verarbeitendes Gewerbe verzeichnete die Agentur für Arbeit einen hohen Stellenbestand. "Mit qualifizierter Ausbildung sind die Perspektiven noch günstiger", sagt Kubsch-von Harten und möchte damit ungelernte Jugendliche motivieren, vielleicht doch eine Ausbildung zu machen.

Bilanz über das abgelaufene Ausbildungsjahr zogen die Agentur für Arbeit, die IHK und die Kreishandwerkerschaft. Mit 4385 Bewerbern waren 17 mehr als im Vorjahr bei der Berufsberatung. Ihnen standen 2971 bei der Arbeitsagentur gemeldete Ausbildungsangebote gegenüber, das sind 239 Stellen mehr als im Vorjahr. Rein rechnerisch gibt es damit für 100 Bewerber 68 Stellen. Kubsch-von Harten weist auf die erfreuliche Steigerung auf der Stellenseite hin, verkennt aber auch nicht die negative Seite: "Es fehlen noch immer Angebote, um allen Jugendlichen die Chance auf einen guten Start ins Berufsleben zu ermöglichen." Der Fachkräftebedarf werde in den nächsten Jahren weiter steigen, die Zahl der Bewerber hingegen mittelfristig sinken. "Deshalb ist es für Betriebe sinnvoll, jetzt in die eigene Zukunft zu investieren und auszubilden", sagt Kubsch-von Harten. Wer jetzt nicht ausbilde, werde es in drei Jahrfen noch schwerer haben als heute, eine geeignete Fachkraft zu finden. "Deshalb sollten Betriebe auch bereit sein, den schwächeren Jugendlichen eine Chance zu geben, zumal es vielfältige Unterstützungsmöglichkeiten gibt, mit denen wir die Ausbildungsbetriebe entlasten können", betont die Geschäftsführerin operativ.

Zum Ende des Ausbildungsjahres am 30. September waren bei der Agentur noch 537 Jugendliche gemeldet, die noch eine Ausbildungsstelle suchen. Andererseits waren aber auch nicht alle Stellen besetzt, für 189 waren die Arbeitgeber noch auf der Suche nach geeigneten Kandidaten. "In Deutschland gibt es rund 350 anerkannte Ausbildungsberufe", sagt Kubsch-von Harten. "Jugendliche, die jetzt noch auf der Suche sind, sollten sich unbedingt über Alternativen zum Wunschberuf informieren und die vielfältigen Angebote der Berufsberatung nutzen." In den nächsten Wochen werde man sich gemeinsam mit den Partner bemühen, die verbleibenden Jugendlichen noch zu vermitteln.

Für den Kreis Viersen wurden bei der IHK 794 Ausbildungsverträge abgeschlossen. "Damit liegen wir über dem Landestrend", sagt Hauptgeschäftsführer Jürgen Steinmetz: "Angesichts rückläufiger Schulabgänger- und steigender Studentenzahlen ist dieses Ergebnis noch zufriedenstellend." In der IHK-Lehrstellenbörse seien für die Region noch 450 Lehrstellen vorhanden.

Das Handwerk in der Region bildete weiterhin auf hohem Niveau aus. Im gesamten Kammerbezirk Krefeld-Viersen-Neuss wurden 1369 Lehrverträge abgeschlossen. "Die Zahlen belegen, wie attraktiv das Handwerk nach wie vor für junge Leute ist", sagt Klaus Koalewski, stellvertretender Hauptgeschäftsführer. Gerade die technisch anspruchsvollen Handwerksberufe wie Elektroniker, Kfz-Mechatroniker oder Anlagenmechaniker für Sanitär, Heizungs- und Klimatechnik bieten sichere Arbeitsplätze und hervorragende Zukunftsperspektiven. Hinzu komme, dass zahlreiche Betriebe nicht nur gut ausgebildete Fachkräfte suchen, sondern auch Nachfolger für die Führung des Unternehmens.

Quelle: RP
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