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Viersen
Familienkundler wollen das Stadtarchiv erhalten

Viersen. Die Mitglieder des Arbeitskreises Familienkunde schätzen die persönliche Unterstützung im Viersener Archiv

Der Arbeitskreis Familienkunde spricht sich in einer gemeinsamen Mitteilung gegen eine Zusammenlegung des Viersener Stadtarchivs mit dem Kreisarchiv aus, das noch in der Kempener Burg untergebracht ist. Derzeit wird über einen Neubau für das Kreisarchiv diskutiert, in dem auch die Archive der Städte Viersen und Willich einen Platz finden könnten.

Die zwölf Mitglieder des Arbeitskreises Familienkunde treffen sich bislang einmal im Monat im Stadtarchiv in Viersen, immer wieder trat der Arbeitskreis in der Vergangenheit durch Publikationen in Erscheinung, die Familienforschern und Heimatkundlern bei der Recherche helfen. Stadtarchivar Marcus Ewers und die weiteren Mitarbeiter des Viersener Stadtarchivs seien stets hilfsbereit, unterstützten die Arbeit, etwa bei der Suche nach bestimmten Urkunden, erläuterte Wilfried Kluß vom Arbeitskreis Familienkunde im Gespräch mit unserer Redaktion. Im Kreisarchiv in der Burg hingegen sei die Recherche schon umständlicher, im Landesarchiv in Duisburg noch komplizierter. Daher fürchten die Familienkundler aus Viersen, dass die persönliche Betreuung, die man bislang im Stadtarchiv so schätzte, in einem fusionierten Gesamtarchiv nicht mehr möglich sein wird. "Große Zentralarchive funktionieren nun einmal anders als bürgernahe Kommunalarchive", teilen die ehrenamtlichen Heimat- und Familienforscher mit.

Man müsse sich über den Versuch des Kreises wundern, der Viersener Öffentlichkeit vorrechnen zu wollen, dass der millionenschwere Bau eines neuen Archivs samt aufwendiger Technik, inklusive des Umzugs und der Viersener Bestände, für die Stadt Viersen günstiger wäre als der Weiterbetrieb einer bereits für Archivzwecke eingerichteten ehemaligen Turnhalle, teilt der Arbeitskreis mit. Die Mitglieder fürchten auch, dass ein Neubau teurer werden könnte als zunächst geplant: "Bedauerlicherweise lehrt die Erfahrung, dass große öffentliche Bauprojekte nur selten im Rahmen der ursprünglichen Kostenkalkulation bleiben - leider auch bei Archivbauten." Daher dränge sich die Frage auf, warum die Archivberatungsstelle des Landes nur mit einer Begutachtung des derzeitigen Kreisarchivs in Kempen beauftragt werde, nicht aber mit der Klärung der Frage, welche Lösung für die Stadt Viersen die wirtschaftlich sinnvollste sei, so die Familienforscher.

(biro)
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