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So macht Kunst Kindern Spaß
Farbe aus der Pumpgun spritzen

So macht Kunst Kindern Spaß: Farbe aus der Pumpgun spritzen
Als wären sie die Enkel Jackson Pollocks - doch Simon, Marvin, Svenja und Mina lassen Farbe nicht tröpfeln wie der US-Dripping-Künstler, sie schießen sie aus Sprühflaschen oder einer Pumpgun aufs Papier. Im Hintergrund ist Ilona Friedrich zu sehen, die den Kunstworkshop leitet. FOTO: Franz-Heinrich Busch
Viersen. Wie vielfältig Farbe ist und was man alles mit ihr machen kann, erfuhren die Teilnehmer bei der Herbstferien-Aktion des Kinderschutzbundes mit Künstlerin Ilona Friedrich Von Bianca Treffer

Die Diskussion im Stuhlkreis ist lebendig. Die Objekte, die Anlass zu dem intensiven Gedankenaustausch geben, liegen dabei in der Mitte auf dem Boden. Es sind zehn Bilder, die alle bunte Kreise zeigen. Allerdings ist jeder Kreis ein Unikat. Mal füllt er ein ganzes Blatt Papier aus, so dass die äußeren Rundungen als solche gar nicht mehr komplett vorhanden sind. Auf anderen Blättern ist der Kreis in seiner Gesamtheit sichtbar geblieben. Ungleiche Linienführungen sind genauso zu sehen wie regelmäßige. Die Farben durchlaufen ein breites Spektrum und sind in jedem Kreis anders angeordnet. Die rege Diskussion unter den Kindern zu den Werken hat Ilona Friedrich ausgelöst. Die Künstlerin will nämlich wissen, was wem an welchem Bild besonders gut gefällt und warum das so ist.

Rund um die Farbe dreht sich für vier Tage alles in den Räumlichkeiten des Kinderschutzbundes, Ortsgruppe Viersen. Unter dem Titel "Farbe in Bewegung" veranstaltet der Kinderschutzbund gemeinsam mit Friedrich einen Kunst-Workshop, der Kinder zwischen sieben und elf Jahren anspricht.

"Wisst ihr noch, aus welchen Grundfarben wir all diese Farben gemischt haben?", möchte Friedrich wissen. Die Antwort kommt blitzschnell. Rot, blau und gelb ist es gleich von mehreren Kindern zu hören. Womit man außer dem Pinsel noch malen kann, lautet die nächste Frage der Künstlerin. "Mit solchen Farbrollen", meint Svenja, während Mina von einer Malaktion mittels Luftballons und Nägeln berichtet, die sie erlebt hat.

Doch Friedrich hat sich noch etwas viel spannenderes einfallen lassen. Allerdings müssen dafür alle zwei Etagen höher klettern. In der obersten Etage des Hauses vom Kinderschutzbund hat sie den Boden in einen Raum mit blauer Folie ausgelegt und auch die Wände sind durch Folien geschützt.

"Ich habe Sprühflaschen, von der Blumen- bis zur Parfümvariante mitgebracht. Da geben wir Farbe rein, schütteln sie ordentlich und spritzen los", sagt Friedrich. Die Begeisterung der Kinder kennt keine Grenzen.

Aber nicht nur Sprühflaschen warten auf die jungen Künstler. Für das Auftragen von Farbe auf die jeweiligen Papiere stehen weitere ungewöhnliche Materialien zur Verfügung. Die Palette reicht von Putz- und Kratzschwämmchen über Tücher und Rollen samt Plastikschalen für die Farbe bis hin zu Spachteln. Sogar Schläuche können genutzt werden.

"Mit einem Spachtel kann man Farben hin- und herschieben und so ganz coole Experimente durchführen", macht Friedrich neugierig. Wem der Sinn nicht nach gewagten Farbexperimenten steht, kann eine Etage tiefer auf Kreide, Blei- und Buntstifte zurückgreifen und mit diesen seine Wunschmotive aufs Papier bannen. Doch nahezu alle Kinder wollen sofort experimentieren. Svenja, Mina, Simon und Marvin bilden die erste Gruppe. Unter viel Gekicher befüllen die vier die ersten Sprühflaschen, wobei Marvin sich für eine Pumpgun entschieden hat. Farbstrahle treffen aufs Papier und auch mal daneben, was aber dank der Folie keine Auswirkungen hat. Mit Faszination verfolgen die Kinder die Farbverläufe auf ihren Bildern. "Cool", ist der einhellige Kommentar der vier und das finden auch die nächsten Gruppen.

Nur schade, dass man dieses Experiment daheim nicht so einfach wiederholen kann.

Quelle: RP
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