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Kreis Viersen
FDP-Chef Lindner auf Stippvisite

Kreis Viersen: FDP-Chef Lindner auf Stippvisite
Der heimische FDP-Landtagsabgeordnete Dietmar Brockes (v. l.), FDP-Chef Christian Lindner und Kreistags-Fraktionsvorsitzende Irene Wistuba freuen sich über Wolfgang Lochners Kandidatur. FOTO: Wolfgang Kaiser
Kreis Viersen. Der Bundesvorsitzende der Liberalen besuchte Landratskandidat Wolfgang Lochner. Von Marc Schütz

Eine Veranstaltung im kleinen Kreis gab es gestern im Restaurant "Das Ercklentz" in Kempen: Der FDP-Bundesvorsitzende Christian Lindner schaute kurz zu einem Pressegespräch vorbei, um seinem Parteifreund Wolfgang Lochner seine Unterstützung für die Kandidatur zum Landrat des Kreises Viersen zuzusichern und Lochners Fähigkeiten zu betonen.

Natürlich schaffe er es nicht, alle Kandidaten der FDP im Kommunalwahlkampf im gesamten Bundesgebiet zu besuchen, sagte Lindner. Bei Lochner sei es ihm jedoch ein persönliches Anliegen gewesen. Schließlich kenne er Lochner bereits seit gut 15 Jahren, unter anderem durch regelmäßige E-Mail-Korrespondenz. "Lochner ist kein Parteisoldat, der alles, was aus Berlin oder Düsseldorf kommt, schluckt", lobte der Bundesvorsitzende den Kempener. "Er hat sich eine besondere Unabhängigkeit im Urteil bewahrt." Lochners Kandidatur bezeichnete er als "Zivilcourage". Lindner gestand ein, dass sich die FDP insgesamt in einer schwierigen Situation befinde. Kandidaturen auf kommunaler Ebene will er dennoch nicht als bloße Schützenhilfe für die Bundespartei verstanden wissen: "Die nächsten Landtags- und Bundestagswahlen sind noch weit entfernt. Aber natürlich ist es eine Stärkung des Profils, wenn klar ist, dass die FDP über starke Persönlichkeiten verfügt und wir unsere politische Linie über Jahre durchhalten können."

Lochner und Irene Wistuba, Fraktionsvorsitzende der Liberalen im Kreistag, äußerten ihr Unverständnis darüber, dass SPD und Grüne keine eigene Landratskandidaten aufgestellt haben. Man müsse schließlich zeigen, dass man das Amt des Landrats ernst nehme, sind sich die beiden einig. "Das Argument der SPD, bei Landratswahlen sei die Wahlbeteiligung ohnehin gering, kann ich nicht nachvollziehen", sagte Lochner. Und Lindner ergänzte: "Gerade bei geringer Wahlbeteiligung können ganz wenige Leute ganz viel bewirken." Daher sei er überzeugt, dass Lochner "spannende Außenseiterchancen" habe. "Eine Überraschung ist zumindest möglich."

Der Kempener Rechtsanwalt Lochner streifte die Schwerpunktthemen seines Wahlkampfes: Er möchte den Wirtschaftsstandort Kreis Viersen stärken und dabei grenzüberschreitend handeln. Auch der Tourismus biete viel Potenzial, und als ehemaligem Beschäftigtem des Bundesgrenzschutzes liege ihm die Polizei besonders am Herzen. "Gegen eine Fusion der Kreispolizeibehörde Viersen werde ich mich mit Händen und Füßen wehren", sagte Lochner.

Quelle: RP
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