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Brüggen/Viersen
Ferienspaß direkt vor der Haustür

Brüggen/Viersen. Viele Viersener Kinder verbrachten schöne Ferientage in der Jugendherberge in Brüggen. Die "Stadtranderholung" wird von der Caritas organisiert. Von Ingrid Flocken

Es gab viele strahlende Kinderaugen in der Brüggener Jugendherberge: In der ersten Hälfte der Sommerferien nutzten 48 Mädchen und Jungen aus Viersen die von der Caritasstelle (Pfarrcaritas) der Gemeinden Viersen, Dülken und Süchteln angebotene "Stadtranderholung" für Kinder, die sonst in den Ferien zu Hause bleiben müssten. Nur am letzten Tag gab es einige Tränen: Es hieß Abschied nehmen von den inzwischen so vertrauten Betreuern - Schüler, die sich ehrenamtlich in dieser Aktion engagieren.

Monika Lindackers und Dorothee Wasseige von der Pfarre St. Cornelius und Peter in Dülken organisieren diese Ferienmaßnahme für Kinder im Alter zwischen fünf und zwölf Jahren. In der zweiten Ferienhälfte sind 36 Kinder, je zur Hälfte Mädchen und Jungen, in die Jugendherberge Brüggen gekommen. Jerusha betreut gerade die Bastelarbeiten, sie ist zum ersten Mal dabei. Wie ihre sechs Kolleginnen und ein Kollege ist sie 18 Jahre alt - Voraussetzung für dieses Engagement. Und damit kämpft die Caritas zurzeit besonders, denn durch das Turboabitur nach zwölf Jahren können immer weniger Schüler bei der Ferienaktion mitmachen.

Doch diesmal sind noch genügend dabei. Die Mädchen beschäftigen sich gerne mit den kreativen Bastlerinnen, die gerade Buchstaben-Perlen zu Namensketten zusammensetzen. Michel ist draußen und spielt mit den Jungs Fußball. Das Konzept ist offen, keiner muss, jeder darf sich ein Angebot aussuchen, mal eben auf einen Baum klettern oder auch nur mit sich selbst beschäftigen - wie der achtjährige Nico, der lieber mit seinem Luftballon spielt. Er erzählt, dass er schon zum vierten Mal mitmacht und den Neuen alles zeigen will. Und vielleicht wird er später auch einmal ein Betreuer - wer weiß.

Viele Kinder sind schon zum wiederholten Male dabei, nicht wenige haben jüngere Geschwister mitgebracht. Die Mädchen und Jungen werden morgens ab 8 Uhr mit dem Bus abgeholt und am späten Nachmittag wieder nach Hause gebracht. Die Kosten für die Aktion sind nach dem Einkommen der Eltern gestaffelt: bis zu 190 Euro pro Kind, Geschwister weniger. Übrigens: Monika Lindackers und Dorothee Wasseige sind auch sehr dankbar für die privaten Spenden, denn trotz des städtischen Zuschusses kommen auf die Caritas viele Kosten zu. In diesem Jahr standen für die Kinder schon eine Reihe interessanter Ausflüge auf dem Programm: in den Tierpark Odenkirchen, zum Ponyhof in Lüttelforst und zum Maislabyrinth Irrland bei Kevelaer. Doch auch vor Ort gibt's viel Spannung und Aktivität: Schnitzeljagd, Schatzsuche und oder auch das Fußballturnier lassen Kinderträume wahr werden. Jetzt steht als krönender Abschluss noch eine Ritter-Olympiade an, für die fleißig Vorbereitungen getroffen werden.

Die Kampagne für die Ferienmaßnahme beginnt im zeitigen Frühjahr. Dann macht die Caritas Werbung in allen Pfarrbriefen, zusätzlich in den Kindergärten und Schulen. Auch die ersten Flüchtlingskinder sind dabei, die sofort integriert wurden und sich sehr wohl fühlen. Dabei lernen sie sehr schnell die deutsche Sprache - und die deutschen Kinder Englisch, was die meisten Flüchtlinge sprechen.

Quelle: RP
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