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Viersen
Festivalbesucher feiern Max Mutzke

Viersen: Festivalbesucher feiern Max Mutzke
Max Mutzke trat beim Jazzfestival mit dem Streichquintett Mikis Takeover Ensemble und der Band Monopunk auf. FOTO: Busch
Viersen. Zum dritten Mal war der Sänger beim Jazzfestival zu Gast. In der ausverkauften Festhalle gab er ein umjubeltes Konzert Von Ottmar Nagel

Sein Name stand in großen Lettern auf den Plakaten, die für das Festival geworben haben. Das damit verbundene Versprechen auf einen, vielleicht den Höhepunkt des Festivals, konnte Max Mutzke einhalten. Sein Auftritt auf der Festhallenbühne konnte diesen Anspruch rechtfertigen. Als einer der besten deutschen Sänger in Sachen Pop, Soul und Jazz gehandelt, zog der 36-Jährige am Freitagabend das Publikum in seinen Bann.

Dass er neben seinen außergewöhnlichen gesanglichen Qualitäten auch als Entertainer überzeugt, liegt an seinen mit vielen kleinen überraschenden Momenten gespickten Moderationen. Und: Er nimmt sich selbst dabei auf die Schippe. Gleichzeitig wird er nicht müde zu betonen, welch ein Glück es ist, mit fantastischen Musikern auf der Bühne zu stehen. Davon profitiert er natürlich, denn er wird zu seinen besten Leistungen fähig.

Den ersten Teil seines Konzert absolvierte er mit Mikis Takeover Ensemble, einem Streichquintett, welches von Miki Kekenj gegründet wurde, der auch für die meisten Arrangements zuständig ist. Mit dabei ist auch der gebürtige Viersener Max Dommers, der beim Beethoven-Orchester in Bonn tätig ist. In dieser Form ist die Verbindung von klassischem Streicherquintett mit Soul und Pop eine echte Rarität. Beides steht hier nämlich gleichberechtigt nebeneinander - die Streicher werden hier nicht zu einem säuselnden Klangteppich degradiert, die Arrangements sind anspruchsvoll. Kennt man auch anders. Die Ästhetik der Songs wird durch dieses Zusammenspiel verändert, durch die Arrangements des Ensembles in immer neue Farben mit feinsten Nuancen getaucht.

Das bleibt nicht ohne Auswirkung auf den Protagonisten: Mutzke nutzte seine enormen stimmlichen Qualitäten was Variantenreichtum, Dynamik und Ambitus betrifft. "Schwarz auf Weiß" geriet zu einer sehnsuchtsvollen Reminiszenz an die eigene Jugend (Mutzke schrieb das Lied mit 18 Jahren) mit all seinen Implikationen, aber auch dem Radiohead-Klassiker "Creep" bewurde hier ganz neues Leben eingehaucht. Seinen Megahit "Welt hinter Glas" brachte Mutzke dann als Zugabe und gewann auch diesem Songs immer neue Aspekte ab. Kurzum: Diesem Ensembles hätte man durchaus noch viel länger zuhören mögen. Die mehrjährige Zusammenarbeit gewinnt zudem immer noch an Qualität.

Danach schaltete Mutzke um, er stellte Monopunk vor. Mit der niederländischen Band hat er mittlerweile ,mehr als 400 Konzerte gespielt, auf die drei Musiker kann er sich 100-prozentig verlassen. Der Sound ist kompakt, das Timing steht wie eine Eins - und grooven können die Bandmitglieder natürlich auch. Vielleicht was der Bass-Sound ein bisschen zu wuchtig. Doch wie schon im ersten Teil mit Streichquintett animierte Mutzke das immer tanzfreudiger werdende Publikum zum Mitmachen. Wurde zuerst nur geschnipst, so klatschte und sang die Halle nun mit. Fast alle Besucher blieben bis zum letzten Stück und bejubelten Mutzkes Performance. Prognose: Nicht sein letztes Konzert in Viersen.

Quelle: RP
 
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