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Schwalmtal
Feuerwehr übt Rettung aus Altenheim

Schwalmtal: Feuerwehr übt Rettung aus Altenheim
Ein Feuer im St.-Michael-Altenheim und die Rettung von verletzten Menschen: Diese Übung mussten jetzt die Feuerwehr Schwalmtal und der Rettungsdienst absolvieren. FOTO: busch
Schwalmtal. Die Schwalmtaler Feuerwehr und der Rettungsdienst probten jetzt einen Großeinsatz: einen Brand im Altenheim St. Michael mit mehreren Verletzten. Dabei wurden Jugendrotkreuzler mit Kunstblut in Hilfebedürftige verwandelt. Von Heike Ahlen

Es ist genau 19.30 Uhr, als am Mittwochabend der Alarm eingeht. Die Brandmeldeanlage im Keller des Altenheims St. Michael hat ausgelöst. Gleichzeitig ruft auch ein Altenheim-Mitarbeiter die 112 an. In einem Lagerraum im Keller ist ein Brand ausgebrochen. Mehrere Mitarbeiter haben versucht, die Flammen zu löschen und sind dabei verletzt worden. Jetzt werden mindestens sechs Menschen vermisst.

Es ist kein reales Geschehen, sondern das Szenario der Jahresabschluss-Übung der Schwalmtaler Feuerwehr. Das bedeutet: Vollalarm für die Feuerwehr Schwalmtal, für den Rettungsdienst. Auch die Schnelleinsatzgruppe des DRK und der Gerätewagen Atemschutz des Kreises sind alarmiert. Für die Schwalmtaler Wehrleute ist es die letzte praktische Übung in diesem Jahr. Es folgen noch Übungsdienste mit theoretischer Unterweisung in den Gerätehäusern. Und auch im Einsatz werden sich alle Beteiligten dieses Jahr noch begegnen. Denn die Einsatzzahlen sind hoch. Schon jetzt sind deutlich mehr Einsätze gefahren worden als im gesamten Jahr 2014.

Als die ersten Kräfte im Altenheim eintreffen, werden sie schon von einer laut jammernden Verletzten erwartet. Das Team der Realistischen Unfalldarstellung vom Jugendrotkreuz Brüggen ist mit von der Partie. Da die Darsteller selbst eine entsprechende medizinische Bildung haben, wissen sie genau, welche Verletzungen ihnen das Drehbuch der Übung zugedacht hat - und wie sie sich in der Realität auswirken würden. Josina hat sich nach 45-minütigem Schminken mit Latex und Kunstblut in eine Frau mit schwersten Brandverletzungen verwandelt. Die anderen Verletzten haben Knochenbrüche, leichtere Verbrennungen, alle stehen deutlich unter Schock.

Die Feuerwehrleute handeln genau richtig - das wird Schwalmtals Wehrführer Dirk Neikes am Ende der Übung auch loben: "Sie haben den Brandraum zunächst geschlossen gelassen und die Verletzten aus den Fluren in Sicherheit gebracht."

Ein Ziel der Übung ist, sich mit dem Objekt Altenheim weiter vertraut zu machen, um sich in einem Ernstfall gut auszukennen. Aber es geht auch darum, das Funkkonzept weiter zu verfeinern und den Umgang damit zu schulen. Mit der Leitstelle und zwischen den Führungskräften wird digital gefunkt. Zwischen den einzelnen Trupps und ihren Führungskräften gibt es noch Analog-Funk. Diese Parallelität funktioniert gut, Neikes ist sehr zufrieden.

Ein weiterer wichtiger Teil der Übung ist der Umgang mit dem mobilen Rauchverschluss. Der vorbeugende Brandschutz schreibt an vielen Stellen Brandschutz-Türen vor. Sie schließen sich im Alarmfall, fallen auch immer wieder selbsttätig ins Schloss. Wenn die Feuerwehr nun mit Schläuchen in einen Raum hineingeht, muss sie diese Türen öffnen - und auch offen lassen, damit die Schläuche durchpassen. Der unerwünschte Nebeneffekt dabei ist, dass der Rauch dann durch die offenen Türen auch unaufhaltsam in andere Gebäudeteile dringt. Dagegen hilft aber der mobile Rauchverschluss. Zwischen die Tür-Hälften wird ein rauch- und feuerfestes Tuch gehängt. An dessen Unterseite können die Schläuche durchgeführt werden, ohne dass der Rauch austritt.

Außerdem arbeitet die Wehr mit einer Überdruckbelüftung. Das bedeutet, dass in den nicht betroffenen Räumen - bei der Übung also in den Fluren - ein Überdruck erzeugt wird. Dadurch wird zusätzlich verhindert, dass der Rauch sich ausbreiten kann. All das hat am Mittwochabend hervorragend funktioniert. Ebenfalls Teil der Übung ist die zentrale Atemschutzüberwachung. Jeder Feuerwehrmann, der unter Atemschutz in den Löschangriff geht, wird permanent überwacht - stimmt der Luftdruck, ist noch genug Luft da, wann muss jemand zurückgehen? In kleineren Einsätzen wird das direkt an dem Fahrzeug überwacht, zu dem die jeweiligen Kräfte gehören. Bei einer größeren Schadenslage, wie sie am Mittwoch simuliert wurde, soll das Ziel sein, dass alle Atemschutz-Trupps von einer Stelle aus überwacht und koordiniert werden.

Nach etwas mehr als einer halben Stunde ist alles unter Kontrolle, das Feuer gelöscht. Fünf Mitarbeiter konnten die Wehrleute lebend finden, für die junge Frau mit den schweren Brandverletzungen ist der Hubschrauber bestellt. Ein Mann, der sich direkt an der Stelle des Brandausbruchs befand, kann nur noch tot geborgen werden. Die Zusammenarbeit zwischen Feuerwehr, Rettungsdienst und DRK hat reibungslos funktioniert.

Quelle: RP
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