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Kreis Viersen
Firmen blicken optimistisch in die Zukunft

Kreis Viersen. IHK-Geschäftsklima-Index: Unternehmen bleiben auf Wachstumskurs — aber Fachkräftemangel wird gravierender Von Martin Röse

Im Kreis Viersen hat sich die Geschäftslage seit Jahresbeginn verbessert. Mittlerweile beurteilen 47 Prozent der Betriebe ihre Geschäftslage als gut, 14 Prozent als schlecht. Der Geschäftslageindikator als Differenz zwischen dem Gut- und dem Schlecht-Anteil nimmt damit einen Wert von 33 Punkten an. Dieser liegt damit zwar leicht unter dem Wert der Gesamtregion (35 Punkte), allerdings deutlich über dem Niveau am Jahresbeginn (21 Punkte). "Die Wirtschaft in der Region Düsseldorf/Mittlerer Niederrhein bleibt auf Wachstumskurs, aber den Unternehmen gehen die Fachkräfte aus", fasst Jürgen Steinmetz, Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer (IHK) Mittlerer Niederrhein, das Ergebnis der jüngsten Konjunktur-Umfrage der IHK Mittlerer Niederrhein und Düsseldorf zusammen. An der Umfrage haben sich knapp 700 Unternehmen mit zusammen 65.000 Beschäftigten beteiligt.

"Wie uns die Unternehmen melden, hat der Fachkräftemangel in besorgniserregender Weise zugenommen", beschreibt Steinmetz die Kehrseite der guten Konjunktur. Personal und Maschinen seien zwar sehr gut ausgelastet (in der Industrie zu knapp 84 Prozent), der Fachkräftemangel hindere jedoch immer mehr Betriebe daran, zusätzliches Personal einzustellen. Rund zwei Drittel der Befragten haben aktuell Personalbedarf, den davon 56 Prozent nicht zeitnah decken können.

Die Folgen sind deutlich spürbar: Zwei von drei Unternehmen gaben an, dass ihre vorhandene Belegschaft höher belastet sei. Jeder Vierte erwartet weiter steigende Arbeitskosten. "Fast jeder zweite Betrieb befürchtet, bei anhaltendem Fachkräftemangel sein Wachstumspotenzial nicht ausschöpfen zu können, und rund jeder dritte, sein Angebot einschränken oder Aufträge ablehnen zu müssen", hebt Steinmetz hervor. Nur zehn Prozent der Betriebe gehen davon aus, dass ein anhaltender Fachkräftemangel keine negativen Folgen für sie haben wird.

Um ihre Fachkräfteversorgung zu sichern, wünschen sich die Betriebe, dass vor allem die berufliche Bildung gestärkt (63 Prozent), die Qualifikation der Schulabgänger verbessert (53 Prozent) und die Beschäftigung ausländischer Fachkräfte erleichtert (31 Prozent) wird. Den größten Handlungsbedarf für die Landes- und für die künftige Bundesregierung sieht die regionale Wirtschaft folglich bei Bildung und Qualifizierung.

"Für das Jahr 2018 geht die regionale Wirtschaft davon aus, dass es bei der guten Entwicklung bleibt", sagt Steinmetz und gibt damit der Hoffnung Ausdruck, dass sich der Aufschwung auch im achten Jahr in Folge fortsetzt. Fast zwei Drittel aller Betriebe rechnen mit keiner Veränderung. Jeder vierte hofft sogar auf (noch) bessere Geschäfte, und nur jeder neunte befürchtet einen Rückgang.

Insgesamt sind die Rahmenbedingungen laut Steinmetz weiter günstig. Die Investitionstätigkeit ist regional und deutschlandweit spürbar gestiegen. Gleiches gilt für Beschäftigung und Einkommen. Das Zinsniveau bleibt niedrig, die Konjunktur in den Hauptexportländern zieht weiter an. Trotz des bevorstehenden Brexit, protektionistischer Töne aus den USA und internationaler Krisen (Spanien, Türkei, Nordkorea) sehen nur knapp 20 Prozent der Unternehmen besondere Konjunkturrisiken beim Export. Auch unter allen exportierenden Firmen ist es weiter nur ein gutes Drittel.

Quelle: RP
 
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