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Viersen
Fit fürs Baby - mit Geschwisterdiplom

Viersen: Fit fürs Baby - mit Geschwisterdiplom
Im Geschwisterkursus dürfen die Kinder eine Puppe wickeln und lernen, wie sie ein Baby richtig halten. FOTO: Busch
Viersen. Das Allgemeine Krankenhaus Viersen (AKH) bietet Kurse an, die Kinder auf den Familienzuwachs vorbereiten Von Sabine Janssen

Am meisten Spaß macht das Boxen, wenn man im Halbdunkel vor sich hinschaukelt. "Ich hau' Euch um", sagt Noah lachend. Mit gehörigem Respekt halten Fiamma, Mats, Rasmus, Katja, Lasse, Lara und Zoey-Sue ihre Hände von außen an das Tragetuch, während Noah von innen kräftig zuschlägt. Carina Immens und ihre Assistentin müssen indes ordentlich wuchten, um den Zehnjährigen im Tragetuch zu heben. Beim fünfjährigen Mats haben sie es leichter, und der dreijährige Lasse möchte die Baby-Bauch-Simulation erst gar nicht ausprobieren. Muss er auch nicht. Kinderkrankenschwester Carina Immens möchte den acht Kursusteilnehmern damit nur demonstrieren, was ein Baby im Bauch der Mutter wahrnimmt.

Die acht Kinder haben alle in den kommenden Wochen etwas Besonderes vor: Sie werden großer Bruder oder große Schwester. Darauf können sie sich in dem Geschwisterkursus am Allgemeinen Krankenhaus Viersen (AKH) vorbereiten. Alle zwei Monate bietet das Hospital den Kursus für Jungen und Mädchen im Alter von vier bis zehn Jahren an.

Was in den Geburtsvorbereitungskursen den werdenden Müttern und Väter vorbehalten ist, offeriert das AKH seit einigen Jahren auch für die Geschwister. "Vieles dreht sich in der Schwangerschaft um das Baby. Da ist es schön, wenn auch die Geschwister etwas Eigenes machen können", sagt Immens.

Die Kinderkrankenschwester bereitet Jungen und Mädchen auf ihre neue Rolle in der Familie vor. Sie erklärt, was ein Neugeborenes kann, wie schwer es ist, was die Kinder machen dürfen, wann sie besser Mama oder Papa rufen sollten. Der Stoff für den eineinhalbstündigen Kursus ist trotzdem keine trockene Theorie, sondern Wissen zum Anfassen - wie die Baby-Bauch-Simulation. Nach dem Schaukeln im Tragetuch haben Noah, Fiamma, Mats, Rasmus, Katja, Lasse, Lara und Zoey-Sue selbst erlebt, dass das Baby im Bauch bereits Geräusche und Musik hört, hell und dunkel sieht.

"Wo kommen denn die Babys zur Welt?", fragt Immens danach. "Im Kreißsaal", sagt Fiamma (7). Sie ist bereits große Schwester. Gemeinsam gehen alle in den Kreißsaal. Dort gibt es nicht nur eine Badewanne, einen Geburtshocker und eine Liege zu besichtigen, sondern auch einiges für die Kinder zu tun: Jeder darf die mitgebrachte Puppe und das eigene Kuscheltier auf die Babywaage legen. Immens hat Kurspuppe Paula im Arm. "Sie wiegt 3400 Gramm. Damit gewinne ich jedes Wettwiegen", sagt die Kinderkrankenschwester lachend. Auch ein CTG steht im Kreißsaal. "Damit können wir die Herztöne des Babys hören", erklärt sie. Jedes Kind darf sich das Spezialmikrofon an die Brust halten und seinen Herztönen lauschen. "Bei kleinen Kindern klopft das Herz noch viel schneller als bei großen", sagt Immens.

Weiter geht es auf die Station: ein "echtes Baby" gucken. Danach dürfen die Kinder noch mal selbst Hand anlegen: Puppe Paula wird gewickelt, jeder darf sie auf dem Arm halten. "Wichtig: immer das Köpfchen festhalten oder auf den Arm auflegen. Und was macht ihr, wenn das Baby weint?" - "Trösten und Schnuller geben", sagt Lara. "Und Papa oder Mama Bescheid geben", betont Immens. Eine Sorge hat Noah noch: "Kriegen wir jetzt eine Note wie in der Schule?" Immens beruhigt ihn: Am Ende gibt es für jeden ein Diplom als "großer Bruder" oder "große Schwester".

Quelle: RP
 
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