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Brüggen
Flieger fürchten um ihre Existenz

Brüggen. Die Eingaben des Modellflugvereins wurden im Regionalplanentwurf bislang nicht berücksichtigt Von Birgit Sroka

Die Mitglieder des Luftsportvereins (LSV) Brüggen-Schwalmtal bangen um die Existenz ihres Flugplatzes in der Happelter Heide. Auch nach dem ersten Beteiligungsverfahren für den neuen Regionalplan hat sich nichts geändert: Das Gebiet ist im Planentwurf weiterhin als Standort für Windkraftanlagen ausgewiesen. Sollten weitere Windkrafträder rund um den Flugplatz gesetzt werden, kann der Platz, der dem Verein gehört, kaum noch für den Modellflug genutzt werden.

Auch in der jüngsten Ratssitzung war über das Thema diskutiert worden. "Im Umfeld des Modellflugplatzes wurden gute Lösungen gefunden. Da soll die Gemeinde nachfassen", forderte René Bongartz (grüne). Denn berücksichtigt wurden diese Vorschläge der Gemeinde bislang nicht. Jürgen Moors, Schriftführer des LSV, hat eine zweite Eingabe geschrieben, in der er auf die "weichen Faktoren" eingeht: Die Mitglieder des Vereins nutzen die sportliche Aktivität auf dem Platz zur Erholung und genießen die Natur dort. Außerdem ist dem Verein die Jugendarbeit sehr wichtig. Bundes- und Landesmeisterschaften werden auf dem Platz ausgetragen. Der Vizejugendmeister der Modellflugklasse F3J trainiert beispielsweise auf dem Platz in der Happelter Heide. "Er hat den Platz sehr gelobt. Und Teilnehmer des Pilotenwettbewerbs sagten ausdrücklich, dass es so einen guten Platz sonst nirgends gäbe", betont Moors.

Ein Fachanwalt für Verwaltungsrecht hatte die erste Eingabe des Vereins zum Regionalplanentwurf formuliert. "Das hat scheinbar in Düsseldorf niemanden interessiert, denn in der Offenlegung des zweiten Beteiligungsverfahrens hat sich ja nichts geändert", so Moors. Leider sei bei der Landesregierung nur eine schriftliche Eingabe möglich. "Persönlich hinzufahren macht keinen Sinn", beklagt der Schriftführer. Es gebe zwar einen Ansprechpartner, der aber auch nur auf das laufende Verfahren hinweisen könne. "Im schlimmsten Fall werden wir rundum mit Windkraft zugebaut und der Platz ist überhaupt nicht mehr nutzbar. Durch die entstehenden Verwirbelungen ist ein Flugbetrieb nicht möglich", erklärt Moors. Ein einziges zusätzliches Windrad in 150 bis 200 Metern Entfernung würde reichen: "Das Auge kann das Modell nicht erfassen, wenn sich dahinter ein Propeller bewegt. Die Lage des Modells in der Luft ist nicht erkennbar." Die Wirbelschleppe eines Rotors beträgt Fachleuten zufolge das Achtfache des Rotors. Außerdem sieht Moors auch eine Gefahr für die Falken, die in einem Kasten in der Happelter Heide brüten.

118 Mitglieder hat der Verein, darunter 20 Jugendliche. "Wie alle Vereine kämpfen wir in der Jugendarbeit gegen Computer, Whatsapp und Co. an", so Moors. Im Jugendzentrum "Effa" in Waldniel treffen sich Vereinsmitglieder montags mit Jugendlichen, um Modellflugzeuge anzufertigen. Sie starten beim Freiflugwettbewerb am 29. Oktober.

Quelle: RP
 
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