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Viersen
Floriansplatz: Keine Lösung in Sicht

Viersen: Floriansplatz: Keine Lösung in Sicht
Dicht an dicht saßen die Bürger in der Aula der Realschule, um zu hören, was Viersens Bürgermeister Günter Thönnessen zur Zukunft des St.-Florian-Platzes in Süchteln zu sagen hatte. FOTO: Franz-Heinrich Busch
Viersen. Der Info-Abend der Stadt Viersen zeigte, dass das Thema St.-Florian-Platz in Süchteln die Bürger bewegt. Mehr als 300 Bürger kamen, wobei gar nicht alle in die Aula der Süchtelner Realschule passten. Von Natascha Becker

Die Diskussion hätte bis in die Morgenstunden gehen können, ohne dass eine Lösung in Sicht gewesen wäre. Bei der Info-Veranstaltung der Stadt Viersen zur möglichen Neugestaltung des St.-Florian-Platzes in Süchteln prallten zwei Ansichten aufeinander. Viersens Bürgermeister Günter Thönnessen plädierte für einen Netto-Neubau auf dem St.-Florian-Platz, da die Supermarkt-Kette die Innenstadt verlassen werde, wenn sie keine Fläche für einen größeren Markt erhalte.

"Mit dem Weggang von Netto verlässt der letzte Frequenzbringer und Nahversorger die Innenstadt", warnte Thönnessen. Der Bürgermeister sprach sich dafür aus, einen Frequenzbringer auf dem St.-Florian-Platz anzusiedeln. Diesen brauche man dringend, um die Innenstadt zu beleben und älteren Menschen die Möglichkeit zu geben, dort einzukaufen, wo sie wohnen.

"Wir können dieses Angstszenario nicht teilen. Es gibt Märkte, die kleine Städte bevorzugen. Wir müssen die Geschichte nur von der anderen Seite anpacken", sagte indes Heinz Prost von der Interessengemeinschaft Miteinander–Füreinander Süchteln. Letztendlich stand die Frage im Raum, was Netto wirklich plant. Ein laut Thönnessen vor Ort weilender Mitarbeiter der Expandierungsabteilung von Netto meldete sich nicht zu Wort – obwohl sich viele für dessen Aussage interessiert hätten.

Dass ein Nahversorger auf einer Fläche von 430 Quadratmetern nicht zukunftsfähig sei, betonte hingegen Stefan Kruse von Stadtforschung und Planung Junker & Kruse mehrmals. Die von den Bürgern vorgebrachten Ideen hinsichtlich verschiedener Flächen in der Süchtelner Innenstadt für einen Frequenzbringer wurden von der städtischen Seite zur Kenntnis genommen, aber direkt verworfen.

Hingegen warfen die Bürger der Stadt Viersen vor, bereits gezielt Flächen eingekauft zu haben, die einen Neubau auf dem St.-Florian-Platz stützen. Einzig der Vorschlag, sich mit dem Besitzer des Ladenlokals, in dem Netto derzeit untergebracht ist, an einen Tisch zu setzen und über eine mögliche Erweiterung des alten Areals zu sprechen, fand Anklang. "Wir können uns kurzfristig in einem kleinen Kreis zusammensetzen und das diskutieren", versprach der Verwaltungschef. Dem kleinen Kreis sollen Vertreter der Interessengemeinschaft, Ladenlokalinhaber und auch Vertreter von Netto angehören.

Den Vorschlag, eine Bürgerbefragung durchzuführen, um zu erfahren, was die Bürger wirklich möchten und dementsprechend zu handeln, lehnte Thönnessen ab. "Entscheiden müssen die, die zum Entscheiden gewählt worden sind", betonte er. Dass es einen Investor für den St.-Florian-Platz gibt, mit dem auch schon erste Gespräche gelaufen sind, bestätigte die Stadt.

Ein Punkt der Diskussion war auch die Anbindung des Platzes an die Innenstadt sowie die An- und Abfahrt. Viele Bürger stellten beides infrage. Mit Erstaunen reagierte Thönnessen auf die Frage eines Einzelhändlers, wie es mit den sogenannten Satellitenlädchen bei einem Neubau auf dem St.-Florian-Platz aussehen würde. Die Befürchtung, dass dadurch die Innenstadt weiter ausbluten könnte und es die verbleibenden Einzelhändler noch schwerer hätten, stand im Raum. "Wir wollen uns mit dem Frequenzbringer kein trojanisches Pferd einhandeln. Aber es ist eine schwierige Situation, und wir müssen etwas tun", bemerkte der Bürgermeister, der die Veranstaltung nach zweieinhalb Stunden zum Abschluss brachte. FRAGE DES TAGES

(RP/rl)
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