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Brüggen
Flüchtlinge sollen am Altenheim wohnen

Brüggen: Flüchtlinge sollen am Altenheim wohnen
Das Altenheim Haus Franziskus in Bracht. Auf dem Gelände sollen drei Gebäude errichtet werden. Die Bauarbeiten für das erste Gebäude mit Tagespflege, DRK-Pflegedienst und Wohnungen könnte im März starten FOTO: Busch
Brüggen. In Bracht soll ein Haus gebaut werden, in dem unten eine Tagespflege und ein Pflegedienst, oben Flüchtlinge einziehen. Die Bauarbeiten könnten im März beginnen. Auch gibt es Pläne für einen neuen zweigruppigen Kindergarten Von Birgit Sroka

Im Süden des Mevissenfelds, gegenüber vom Kindergarten Schleveringhoven, soll ein Gebäude errichtet werden, in dem zunächst Flüchtlinge untergebracht werden. Vorgesehen ist ein zweigeschossiger, L-förmiger Bau mit einem Staffelgeschoss. Das Erdgeschoss soll eine Tagespflegeeinrichtung beziehen, die täglich eine Betreuungszeit von 8 bis 16.30 Uhr anbietet, außerdem ein Pflegedienst des Deutschen Roten Kreuzes.

Darüber sollen zehn Wohnungen unterschiedlicher Größe eingerichtet werden. In den Wohnungen sollen zunächst Flüchtlinge untergebracht werden, insbesondere Familien. Vorgesehen ist, dass den Flüchtlingen einfache Arbeiten im Altenheim angeboten werden. "Nach drei bis acht Jahren, vielleicht auch zehn, soll die Nutzung des Gebäudes dann umgewandelt werden", erklärte Thilo Spychalski, Geschäftsführer des Altenheims Haus St. Franziskus in Bracht, bei einem Informationsabend für Anwohner.

Unten links in Rot eingezeichnet ist das jetzt geplante erste Gebäude zu sehen, darüber und daneben in Orange die beiden weiteren Gebäude und der geplante Kindergarten. Oben zu sehen: der Plan für das Baugebiet. FOTO: Gemeinde

Durch die Planung solle nachhaltiger und bezahlbarer Wohnraum geschaffen werden, betonte Spychalski. Bürgermeister Frank Gellen (CDU) erklärte zur Flüchtlingssituation in der Gemeinde: "Irgendwann werden diese Menschen Teil der Bevölkerung werden oder nicht mehr bei uns sein. Also müssen wir integrierte Standorte schaffen, die sich später vermieten lassen." Bauamtsleiter Dieter Dresen ergänzte: "Aus den Flüchtlingen werden irgendwann anerkannte Mitbürger. Da kann es sein, dass diese anschließend die Wohnungen ganz normal anmieten werden." Gellen wies darauf hin, dass es auch für die Einheimischen zu wenig Wohnraum gebe. Neubauten seien dringen nötig. Spychalski zufolge könnte im März mit den Bauarbeiten begonnen werden, die Tagespflege könnte im Frühjahr 2018 die Arbeit aufnehmen.

Zunächst war vorgesehen, das Gebäude auf dem rückwärtigen Gelände des heutigen Parkplatzes am Altenheim zu errichten. Doch dort darf nicht gebaut werden. "Kurz vor knapp wurde der Landschaftsschutz als Veto-Argument gegen die ursprüngliche Planung genutzt", so Gellen. Im Landschaftsplan ist die Parkanlage am Altenheim als geschützter Bereich eingetragen. So suchte die Gemeindeverwaltung eine andere Fläche und fand sie gegenüber vom Kindergarten. "Diesmal wollten wir eine gewisse Rechtssicherheit haben. Die ist mit dem aktuellen Plan gegeben. Das Vorhaben würde so vom Kreis genehmigt werden", erklärte Gellen. Das nun vorgesehene Grundstück befindet sich heute schon in einem rechtskräftigen Bebauungsplan, "die vorhandenen Bäume dort stehen zur Disposition", so Dresen.

Nördlich angrenzend werden zwei weitere Gebäude geplant, noch sind im Plan Platzhalter eingetragen. Gegenüber soll eine neue Kindertagesstätte für zwei Gruppen gebaut werden. Das Bauvorhaben steht in Zusammenhang mit dem neuen Baugebiet, das parallel zur Brüggener Straße entstehen soll. "Wir haben entgegen aller Prognosen zum Glück wieder mehr Kinder in Bracht", sagte Gellen. Also müssten weitere Kindergartenplätze eingerichtet werden. Der Kindergarten, der sich noch im Keller des Altenheims befindet, würde dann umziehen. Geplant ist, in dem neuen Kindergarten auch Kita-Plätze für Mitarbeiter des Altenheims anzubieten, ebenso für Arbeitnehmer aus dem nahen Gewerbegebiet. Gellen stellte fest: "Wir werden einfach mehr, und das ist auch gut so."

Das gesamte Projekt dient der Zukunftssicherung des Altenheims. Spychalski kann sich für die beiden Gebäude neben betreutem Wohnen ein Mehrgenerationen-Wohnen oder Mitarbeiterwohnungen vorstellen. Auch möchte er Flüchtlinge unterstützen, nach ihrer Anerkennung in ein sozialversicherungspflichtiges Arbeitsverhältnis zu finden. Einige Anwesende äußerten Bedenken, schätzten die Pläne als "zu konzentriert" ein. Gellen betonte, dass Bürger im Rahmen der öffentlichen Beteiligung noch Gelegenheit haben werden, zur Planung eine Stellungnahme abzugeben.

Quelle: RP
 
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