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Niederkrüchten
Flüchtlinge und Helfer feiern in den Sommer

Niederkrüchten. Niederkrüchtener Geschäfte und Gruppen unterstützten die Veranstaltung auf dem Sportplatz

Schon von weitem ist die Musik von Gitarre und Cajon zu hören, begleitet von einem getragenen Gesang, der für viele Zuhörer "irgendwie traurig" klingt. "Flüchtlinge and Friends" heißt die Band, und ihr Name steht symbolisch auch für das Sommerfest, das Flüchtlingshelfer aus Niederkrüchten mit Menschen aus Syrien, Irak und anderen Ländern auf dem Sportplatz feierten.

Unter den Helfern sind auch Monica Ebbers und Anja Degenhardt, die sich um die Organisation des Festes gekümmert hatten. Die Feier habe Bürgermeister Kalle Wassong (parteilos) im Rahmen der Verleihung des Ehrenzeichens der Gemeinde Niederkrüchten angeregt, erzählt Degenhardt, "und wir wollten sowieso ein Fest mit Flüchtlingen und Nachbarn hier feiern. So sind wir dann nach und nach hergekommen." Besonders freuen die Sprecher der Flüchtlingshilfe sich über die Unterstützung lokaler Geschäfte und Gruppen: "Wir haben das Glück, die Flüchtlinge und Helfer einladen und alles umsonst anbieten zu können, weil Speisen und Equipment gesponsert wurden", berichtet Ebbers. Kuchen seien zum Beispiel von einer örtlichen Bäckerei gestiftet worden, Grillfleisch von der Kreisbauernschaft. Am Grill sorgte Wassong selbst für das Gelingen von Würstchen und Burgern.

Direkt an der Bühne steht eine Gruppe junger Männer aus Syrien und dem Irak. Die Freunde haben sich abgesprochen und tragen alle eine bunte Blumenkette aus Plastik um den Hals. "Ich bin seit sechs Monaten in Deutschland", berichtet ein junger Mann. "Mir gefällt hier alles, das Fest ist toll."

Nach kurzer Absprache mit den anderen, die zum Teil nicht sprechen wollen oder noch kein Deutsch können, fügt er strahlend hinzu: "Danke, Deutschland. Danke!" Auch der 19-jährige Murad aus Syrien ist von der Feier begeistert: Mit Musikern der Musikschule Lucht spielt er in der Band "Flüchtlinge and Friends" und singt Stücke aus vielen Ländern, die von Krisen und Nöten betroffen sind - und deren Bewohner sich nun auch in Niederkrüchten befinden. "Es gefällt mir sehr gut hier", sagt der junge Gitarrist, "und es ist ein tolles Gefühl, die Lieder aus meiner Heimat mit deutschen Musikern zusammen spielen zu können".

(amey)
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