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Niederkrüchten
Flüchtlinge wollen nicht weg aus Elmpt

Niederkrüchten: Flüchtlinge wollen nicht weg aus Elmpt
Flüchtlinge demonstrierten gestern mit Plakaten dagegen, dass sie die Notunterkunft verlassen müssen. Auf dem ehemaligen Flughafengelände werden von heute an nur noch Familien in den früheren Javelin Barracks untergebracht. FOTO: Ahlen
Niederkrüchten. Die Polizei musste am Donnerstag die Bezirksregierung unterstützen, weil sich etwa 75 junge Männer weigerten, in eine andere Unterkunft umzuziehen. Hintergrund: NRWs größte Notunterkunft in Elmpt wurde geschlossen. Von Heike Ahlen

Einsatz auf dem Gelände der Notunterkunft in den ehemaligen Javelin Barracks. Am Donnerstagvormittag musste die Polizei dort anrücken, denn eine Gruppe von etwa 75 jungen Männern, die als alleinreisende Flüchtlinge hier sind, weigerte sich, in eine andere Einrichtung umzuziehen.

Hintergrund ist die Umwandlung der Unterkunft zum heutigen 1. Juli. Bislang war es eine Notunterkunft für bis zu 2500 Personen. Von Anfang an war klar, dass die Unterkunft in dieser Form nur bis zum 30. Juni so betrieben werden sollte.

Von heute an ist dort auf einer verkleinerten Fläche eine Zentrale Unterbringungseinrichtung (ZUE). Dort sollen laut Regelkapazität nur noch bis zu 1000 Menschen untergebracht werden. Im Notfall, das heißt bei einem dramatischen Anstieg der Flüchtlingszahlen, soll eine Reservekapazität von 500 Personen zusätzlich vorgesehen werden.

Eine zusätzliche öffentlich-rechtliche Vereinbarung zwischen dem Land NRW und der Gemeinde Niederkrüchten, die heute in Kraft tritt, sieht vor, dass dort ab sofort "ausschließlich vulnerable Personengruppen" untergebracht werden, wie die Bezirksregierung auf Nachfrage mitteilt. Als "vulnerabel" - also verletzlich - gelten vor allem Familien, "da das Gelände sich im besonderen Maße für die angemessene Unterbringung von Kindern- und Familien eignet und dies den dort lebenden Menschen zugutekommen soll", wie es von Seiten der Bezirksregierung heißt. Alle dort wohnenden Flüchtlinge sollen von den Veränderungen spürbar profitieren.

Ein kleiner Teil der 75 Männer wurde bereits gegen Mittag per Bus nach Weeze gebracht. "Am Nachmittag haben nach intensiven Gesprächen mit Vertretern der Bezirksregierung letztendlich alle 75 Bewohner einem Umzug nach Weeze zugestimmt", teilte ein Sprecher der Bezirksregierung auf Anfrage mit. Etwa die Hälfte der Gruppe verfügt nach Auskunft der Bezirksregierung schon über Aufenthaltsgestattungen und könnte grundsätzlich den Kommunen zugewiesen werden. Die Bezirksregierung Düsseldorf und die Bezirksregierung Arnsberg waren bis in den Nachmittag damit beschäftigt, zu prüfen, ob diese kurzfristig eine Zuweisung erhalten könnten.

Im Dezember 2015 wurde die Einrichtung auf dem ehemaligen Flughafengelände als Notunterkunft für maximal 2500 Flüchtlinge eingerichtet. Damit war es die größte Notunterkunft in NRW. Die Aufnahmekapazität wurde allerdings seit Eröffnung nie ausgeschöpft. Aktuell leben 704 Menschen in der Unterkunft.

Quelle: RP
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