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Brüggen
Flüchtlinge ziehen in die Turnhalle

Brüggen: Flüchtlinge ziehen in die Turnhalle
Die Turnhalle am Südwall wurde als Unterkunft für Flüchtlinge hergerichtet; davon überzeugen sich Bürgermeister Frank Gellen (r.) sowie Anja Tiskens, Tudor Nuteanu und Christina Lankes vom Sozialamt. FOTO: Schwarz
Brüggen. Die Gemeinde Brüggen lädt für Mittwoch, 21. Oktober, zu einem Bürgerinformationsabend ins Pfarrheim am Nikolausplatz in Brüggen ein. Alle Bürger können Fragen stellen. Von Birgitta Ronge

Die Turnhalle am Südwall in Bracht ist so weit hergerichtet worden, dass heute die ersten Flüchtlinge einziehen können. Ursprünglich hatte die Gemeinde mit einer Mitteilung der Bezirksregierung gerechnet, in der Turnhalle im Rahmen der Amtshilfe 50 bis 70 Menschen kurzfristig unterbringen zu müssen. Das ist nun nicht der Fall. Ein Amtshilfeersuchen blieb aus, die Turnhalle wurde daraufhin für die Unterbringung regulär zugewiesener Flüchtlinge eingerichtet. Turngeräte und Sport-Zubehör aus der Halle brachten Mitarbeiter des Bauhofs ins Schwimmbad nach nebenan, in die Turnhalle wurden Stellwände eingezogen. Das Deutsche Rote Kreuz kümmerte sich um die Einrichtung, 32 Menschen werden nun in der Turnhalle untergebracht werden können.

Die Gemeinde Brüggen zählte gestern 219 Flüchtlinge im gesamten Gemeindegebiet. Vier Menschen kommen heute hinzu, auch für morgen sind vier weitere Zuweisungen angekündigt. Weil alle anderen Kapazitäten erschöpft sind, werden die ersten Flüchtlinge jetzt in der Turnhalle einziehen. Nach Auskunft der Gemeindeverwaltung kommen sie aus Syrien.

Die Turnhalle und das Schwimmbad werden voraussichtlich bis Ende des Jahres nicht für den Sport zur Verfügung stehen. Die Gemeinde sei mit den Schulen und Vereinen im Gespräch, wie sich Schul- und Vereinssport auf andere Hallen verteilen ließen, erläuterte Gerd Schwarz von der Gemeindeverwaltung: "Wir versuchen so weit es geht, die Schwimmer im Brüggener Hallenbad unterzubringen. Dafür werden wir die Schwimmzeiten im Brüggener Bad ausdehnen."

Für Entlastung sorgen soll eine Containeranlage, die Platz für rund 70 Menschen bietet. Sie wird Ende dieser Woche geliefert und an der St.-Barbara-Straße aufgestellt, bezugsfertig gemacht werden könnte sie dann in der kommenden Woche. Weiterhin versucht die Gemeinde Brüggen, Wohnungen und Häuser anzumieten, um Flüchtlinge unterzubringen, damit auf die von Bürgern genutzten öffentlichen Einrichtungen nur im Notfall zurückgegriffen werden müsse, teilte die Gemeindeverwaltung mit.

Durch die steigenden Flüchtlingszahlen sei die Belastungsgrenze der Verwaltung mittlerweile "mehr als ausgereizt". Durch die Hilfe aller, auch der ehrenamtlich Tätigen, sei die Versorgung der Menschen in der Burggemeinde gewährleistet. Doch wer sich einbringen wolle, sei willkommen. Schwarz fügt hinzu: "Wenn sich das auf mehr Schultern verteilt, ist die Belastung für den Einzelnen geringer."

Die Gemeinde lädt für Mittwoch, 19. Oktober, 19 Uhr, zu einem Informationsabend ins Pfarrzentrum St. Nikolaus am Nikolausplatz in Brüggen ein. Bürgermeister Frank Gellen und Mitarbeiter der Verwaltung wollen die Situation erklären und, so weit möglich, zur weiteren Entwicklung Stellung nehmen. Alle Bürger sind eingeladen, sich zu informieren, Fragen zu stellen und auch Punkte anzusprechen, die ihnen unter den Nägeln brennen. Man sehe in den sozialen Netzwerken, dass viele Menschen Fragen hätten, so Schwarz. "Auch diejenigen, die kritische Fragen stellen möchten, sollen sich trauen und zur Versammlung kommen."

Quelle: RP
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