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Viersen
Flugplatz und Kent-School zu verkaufen

Viersen: Flugplatz und Kent-School zu verkaufen
Das Luftbild zeigt das ehemalige Britengelände in Elmpt. Teile des Gebietes werden künftig als Gewerbe- und Industrieflächen vermarktet. FOTO: Müller-Bringmann/Invest Region
Viersen. Die Invest Region Viersen sucht kreative Köpfe, die auf dem Britengelände in Elmpt und auf dem Gelände der alten Kent-School in Waldniel-Hostert investieren möchten. Bei der Expo Real in München werben die Bürgermeister dafür Von Birgitta Ronge

Die Invest Region Niederrhein wirbt auf der Expo Real in München als Wirtschaftsstandort um Investoren. Mit dem Wirtschaftsförderer des Kreises Viersen, Peter Hauptmann, und Landrat Andreas Coenen (CDU) fliegen auch Niederkrüchtens Bürgermeister Kalle Wassong (parteilos) und Schwalmtals Bürgermeister Michael Pesch (CDU) dorthin. Vom 4. bis 6. Oktober werden bei der Expo Real rund 38.000 Menschen erwartet, die die größte Fachmesse für Gewerbeimmobilien in Europa besuchen.

Unter ihnen, so hoffen die Bürgermeister aus dem Grenzland, werden vielleicht kreative Köpfe sein, die auf dem ehemaligen Flugplatz der Royal Air Force in Elmpt und auf dem Gelände der ehemaligen Kent-School in Waldniel-Hostert Projekte entwickeln möchten.

Der Besuch bei der Expo Real sei "der Kick-off für die Entwicklung des Geländes", sagt Wassong. Auf einem Teil des ehemaligen Flugplatzes soll die neue Entwicklungsgesellschaft Energie- und Gewerbepark Elmpt (EGE) Gewerbeflächen vermarkten. Das Teilstück umfasst etwa 150 Hektar - eine Fläche so groß wie 300 Fußballfelder. Dort ist genügend Platz für großflächige Gewerbe- und Industriebetriebe, die mehr als 10.000 Quadratmeter benötigen. Auch für kleine und mittlere Unternehmen aus der Region sollen Flächen zur Verfügung stehen.

Wassong nennt die Vorteile für Betriebe: Die Lage zwischen den großen Häfen in Antwerpen, Rotterdam und Duisburg sei perfekt, die Anbindung über die A 52 ebenso. Man könne großflächig bauen, Straßen- und Kanalnetz sowie Internetanbindung seien in Vorbereitung. Und auch wenn auf einem Teil des Geländes noch für fünf Jahre Flüchtlinge untergebracht seien, könne man doch den Teil dahinter schon entwickeln. Dass das Elmpter Gewerbegebiet eine Konkurrenz für andere Gewerbegebiete sein könnte, etwa für Venete in Nettetal, glaubt Wassong nicht: "Es gibt eine große Unterstützung aller Bürgermeister." Auch Nettetals Bürgermeister Christian Wagner (CDU) unterstütze das Vorhaben in Elmpt - Venete setze einen anderen Schwerpunkt, nämlich im Agrobusiness. "Wir sehen uns nicht als Konkurrenten", sagt Wassong.

Schwalmtals Bürgermeister Pesch will sich in München dafür einsetzen, einen Investor für die ehemalige Kent-School zu finden. Immer wieder gab es Ideen für eine Nachnutzung der Gebäude, die zunächst in Ordenshand waren, in denen in der NS-Zeit behinderte Kinder ermordet wurden und in denen die Briten später die Kent-School einrichteten. Heute befindet sich das Gelände in privater Hand.

Die Gemeinde Schwalmtal unterstützt den Eigentümer bei der Suche nach einem Investor. Pesch weiß, dass das nicht leicht wird. "Das ist ein großes Areal, vorbelastet durch seine Geschichte", sagt er. Die Gebäude seien in schlechtem Zustand, teilweise denkmalgeschützt. Ohne Abstimmung mit den Landeskonservatoren gehe es nicht. "Da kann man mit kleinem Portemonnaie nichts machen", stellt Pesch klar. Doch er ist auch überzeugt, "dass man da einiges draus machen könnte" - ein Hotel beispielsweise mit großer Parkanlage, ohne die Geschichte zu verleugnen, die dieses Areal habe. Sein Ziel: "Ich will versuchen, Investoren zu finden, die den Schandfleck in Schwalmtal beseitigen und die Kent-School einer vernünftigen Nutzung zuzuführen."

Quelle: RP
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