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Kreis Viersen
Förderschulen ab Sommer neu geordnet

Kreis Viersen. Die Bezirksregierung in Düsseldorf hat das Konzept des Kreises Viersen genehmigt. Künftig gibt es zwei Förderschwerpunkte mit Nebenstellen in den Bereichen Lernen, Sprache sowie emotionale und soziale Entwicklung. Von Ludger Peters

Die Bezirksregierung genehmigt das Förderschulkonzept des Kreises. Mit mit Beginn des neuen Schuljahrs am 20. August gibt es dann kreisweit zwei Förderschulzentren. In ihnen werden die Förderbereiche Sprache (SQ), Lernen (LE) sowie emotionale und soziale Förderung (E+S) zusammengefasst. Ein Teil dieser Schulen (E+S und SQ) befand sich schon unter dem Dach des Kreises. Träger der LE-Schulen waren fünf Städte und Gemeinden.

Die demografische Entwicklung und die gesetzliche Umsetzung der Inklusion lösten die Neuordnung der Förderschullandschaft aus. Von ihr ist der Bereich geistige Entwicklung (Franziskusschule in Süchteln) in Trägerschaft des Kreises ausgenommen. Um die Zusammenführung der drei anderen Förderbereiche und die Neuordnung der Schulstandorte hatte es kontroverse Diskussionen gegeben.

Letztlich setzt sich der Kreis mit dem Vorschlag durch, die Schulträgerschaft aller Förderbereiche zu übernehmen. Künftig gibt es die Förderschulzentren Ost und West, die jeweils mehreren Niederlassungen (Dependancen) haben werden. Die bisherigen Förderschulen werden aufgelöst.

Mit der Schulgesetz-Novelle vom Oktober 2013 hat die Landesregierung auf Grundlage der UN-Menschenrechtskonvention von 2009 beschlossen, dass Kinder mit und ohne Behinderung gemeinsam unterrichtet werden. Für weiterhin bestehende Förderschulen hat das Land Mindestgrößen festgelegt: 144 Schüler für Hauptstandorte, 72 für Nebenstandorte. Da der Kreis den Eltern sowohl den Regel- als auch den Förderschulbetrieb zur freien Wahl überlassen will, nahm er die Neustrukturierung vor. Es bestand die Gefahr, dass einzelne Schulen ausbluteten und bestimmte Förderschwerpunkte weggefallen wären.

"Wir werden Eltern und Schulleitungen vor den Sommerferien noch einmal ausführlich informieren", verspricht Ingo Schabrich, Schuldezernent der Kreisverwaltung. Die Veränderungen treffen kreisweit rund 800 Kinder und Jugendliche. "Wir sind von einem Pioniergeist erfüllt, wissen aber auch, dass wir eine Herkulesaufgabe zu stemmen haben", ergänzt Schabrich. Ausgaben wie Offene Ganztagsschule, Schülertransport, Mietverträge und pädagogisches Konzept seien noch zu berücksichtigen.

Der Kreis ist stolz darauf, nicht nur in kurzer Zeit eine tragfähige Lösung erarbeitet zu haben. Das "Viersener Modell" diene anderen Kreisen im Land als Vorbild. Es halte den pädagogischen Standard aufrecht und bleibe kostenneutral für die Städte und Gemeinden. Schabrich dankt ihnen ausdrücklich für die konstruktive Mitarbeit, der Bezirksregierung für ihr Entgegenkommen und den beteiligten Schulen für die Mitarbeit. Sie alle hätten sich "zum Wohle der förderbedürftigen Kinder" eingesetzt.

Das Förderzentrum Ost befindet sich in Viersen an der Gereonstraße 82 (Gereonschule). Hier werden verschiedene Förderbereiche solange nicht zusammengefügt, wie es die Schülerzahlen erlauben, versichert Schulamtsleiter Lothar Thorissen. Die "Schule an der Schwalm" in Amern ist das Förderzentrum West. Dort wird von Anfang an gemeinsamer Förderunterricht umgesetzt werden.

Quelle: RP
 
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