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Brüggen
Förderung für besonders Begabte

Begabte Kinder wurden von den Hauptlehrern, aber auch zum Beispiel von den katholischen Kaplänen, besonders gefördert. Das berühmteste Brachter Beispiel ist Hermann Jacob Dingelstad (1835-1911), der spätere Bischof von Münster. Von Ina Germes-Dohmen

Er erhielt als Schüler durch Hauptlehrer Josef Wassen und Kaplan Wilhelm van Gulick besondere Unterstützung, so dass er mit 15 Jahren die bischöfliche Lehranstalt Collegium Augustianum besuchen konnte, wo er auch Abitur machte. Auch andere Brachter Jungen gingen von der Brachter Elementarschule zur höheren Schule, studierten Theologie und wurden Priester. Bekannt wurde unter anderem der im Kulturkampf streitende Kaplan von St. Hubert Franz Wilhelm Lehnen (1843-1898) und der Professor für Pastoraltheologie Bernhard Nisters (1891-1967).

Begabte Mädchen besuchten das 1888 gegründete Oberlyzeum der Schwestern unserer Lieben Frau in Mülhausen, Jungen auch das alte Gymnasium Thomaeum in Kempen (gegründet 1659). Wie das Augustianainum waren beide Schulen Internate oder hatten ein angeschlossenes Konvikt, so dass die Eltern neben dem Schulgeld auch das Geld für Kost und Logis aufbringen mussten. Das war nur für wenige Brachter Familien möglich, es sei denn, sie wurden von der Zahlung befreit. Zwei Söhne von Lehrer Wassen besuchten als sogenannte "Freischüler" die Anstalt in Gaesdonck, sie brauchten also das normale Schulgeld nicht zu bezahlen.

Das erste Lehrerseminar in der Rheinprovinz wurde 1823 in Brühl eingerichtet. Schüler, die Lehrer werden wollten und die Elementarschule beendet hatten, wurden durch Zusatzunterricht auf den Besuch eines Lehrerseminars vorbereitet. Nach 1850 geschah dies staatlich normiert in sogenannten Präparandenanstalten. Mit etwa 16 Jahren wurden die Bewerber nach bestandener Prüfung ins Lehrerseminar aufgenommen, wo sie erneut eine zweijährige pädagogische Ausbildung erhielten. Diesen Weg beschritt beispielsweise Rektor Wassens Sohn Ferdinand, der es bis zum Rektor brachte.

Quelle: RP
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