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Viersen
Frauen kommen sich beim Frühstück näher

Viersen: Frauen kommen sich beim Frühstück näher
Die Frauen aus Syrien, der Türkei, Afghanistan, Rumänien, Griechenland, aus dem Iran und aus Deutschland sind schnell mit der Bürgermeisterin im Gespräch und berichten von ihren Erfahrungen. FOTO: Jiota Kallianteris
Viersen. Freundschaften knüpfen Frauen in Viersen beim Kaffee. Sie kommen aus Syrien, der Türkei, aus Deutschland und Iran. Von Jiota Kallianteris

Heimelig ist es im hinteren Teil des Südstadtbüros. Viele Frauen sitzen am großen, liebevoll gedeckten Tisch, der Duft von frischem Kaffee und Brötchen liegt in der Luft. Stimmen, die sich angeregt unterhalten bilden eine angenehme Geräuschkulisse. Hier findet das monatliche internationale Frauenfrühstück statt. Brot, Aufschnitt, Käse, Oliven, Tomaten und Paprika gibt es für die Besucherinnen. Für jeden Geschmack ist etwas dabei.

Alle sollen sich wohlfühlen, und sich im geschützten Raum öffnen können - für Gespräche mit Frauen anderer Nationalitäten. "Zuhören, selbst erzählen, Freundschaften knüpfen und Gemeinsamkeiten entdecken, das sind nur einige der Ziele, die mit diesem Sozialprojekt - einem von vielen - erreicht werden sollen", erklärt Ageliki Assimakopoulou, Leiterin der Integrationsagentur Viersen der Diakonie Krefeld und Viersen. "Wir bieten zahlreiche Projekte, um insbesondere Frauen mit Migrationshintergrund dabei zu helfen, aus der Isolation herauszukommen", berichtet sie. "Hier finden wir Zugang zu den Frauen und können dabei unterstützen, Barrikaden abzubauen und Hilfestellung bei diversen Schwierigkeiten zu leisten." Ganz besonders wichtig ist Assimakopoulou in diesem Zusammenhang das Projekt "Integrationslotsen", das Bürger dazu animieren will, ehrenamtlich zur Unterstützung des Integrationsprozesses beizutragen.

Das internationale Frauenfrühstück, das jeden zweiten Dienstag im Monat ab 9 Uhr im Südstadtbüro stattfindet, ist nur eines von vielen Sozialprojekten, die von der Integrationsagentur angeboten werden. Gerade dieses aber ist ein Vorzeigeprojekt, denn es existiert seit nunmehr zehn Jahren. Ins Leben gerufen wurde es 2005 von Kadriye Sancak, die es damals auf eigene Initiative startete. Alle Kosten übernahm die examinierte Altenpflegerin selbst. Sie führte das Frühstück im kleinen Rahmen zunächst bei sich zu Hause durch. "Wir wollten aktiv werden, die ausländischen Frauen aus ihrer Isolation heraus- und ins gesellschaftliche Leben hereinholen", so die 46-jährige Türkin. Durch ihre Mitgliedschaft im damaligen Ausländerbeirat (heute Integrationsrat) konnte sie viele Menschen dazu bewegen, sich anzuschließen und auch finanziell zu unterstützen. "Es ist toll zu sehen, wie das Frauenfrühstück immer weiter wächst und Frauen aller Nationalitäten zusammenbringt, Berührungsängste abbaut, und in das Leben hier in Deutschland integriert", freut sich Sancak. Heute ist das Frauenfrühstück immer gut besucht und wird teils durch Fördergelder, teils von der Stadt Viersen finanziert.

"Eine sehr gute Sache", findet Viersens Bürgermeisterin Sabine Anemüller, die sich die Zeit nahm, um dabei zu sein und sich zu informieren. "Die Sprache ist der Schlüssel zur Integration und daher ist es absolut notwendig, dass wir Sprache vermitteln und somit Barrieren abbauen. Ganz besonders wichtig ist es für Frauen, in einem geschützten Raum unsere Sprache erlernen zu können und gemeinsam mit anderen zu kommunizieren. Dafür sind die hier angebotenen Sprach-, Koch-, Lese- oder Sportkurse ein hilfreicher Rahmen", so Anemüller.

Quelle: RP
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