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Viersen
Freies WLAN ist ein Standortfaktor

Viersen: Freies WLAN ist ein Standortfaktor
Der Kabelnetzbetreiber und Internetanbieter Unitymedia und der Verein Freifunk Rheinland bieten beide Konzepte für freies WLAN in der City. FOTO: Busch
Viersen. In einer Informationsveranstaltung wollte die Stadt über die Möglichkeiten eines freien WLAN-Netzes in der Innenstadt reden. Das Thema scheint den Einzelhandel aber kaum zu interessieren. Nur wenige Besucher kamen. Von Bianca Treffer

"Es ist ein wichtiger Standortfaktor für die Kreisstadt. Wir überlegen immer, wie wir den Einzelhandelsstandort Viersen weiterentwickeln und optimieren können. Kurz gesagt, wie wir besser als die anderen sein können. Freies WLAN in der Innenstadt ist ein Punkt." Mit diesen Worten begrüßte Thomas Küppers, Fachbereichsleiter Wirtschaftsförderung, Stadtmarketing und Citymanagement, im Forum die Besucher. Die Verwaltung hatte, angestoßen vom, Wirtschaftsförderungsausschuss, eingeladen, um Interessierte über die Möglichkeiten der Umsetzung eines freien WLAN-Netzes in der Innenstadt zu informieren.

Nur schien das Interesse nicht sonderlich groß zu sein. Etwa 20 Gäste hatten sich eingefunden, darunter ein großer Teil von der Freifunk-Community, einige wenige Politiker und noch weniger Einzelhändler. Nichtsdestotrotz stellten Reinhard Winter von Unitymedia und Lars Bühler von Freifunk Rheinland in Viersen ihr Angebot vor. Schnell wurde klar, dass bei Unitymedia die Werbung eine große Rolle spielt und dem Einzelhändler, Dienstleister, Unternehmer und Gastronom breite Möglichkeiten offen stehen, für ein entsprechendes Entgelt, bei der Nutzung von WLAN auch Anzeigen und Angebote zu schalten.

Etwas, dass bei Freifunk Rheinland fehlt. Hierbei handelt es sich um ein Netz von Bürgern für Bürger. Während Unitymedia über sogenannte Hotspots und Verstärker arbeitet, die im öffentlichen Raum installiert sind, setzt das kostenfreie Angebot Freifunk Rheinland auf den Bürger an sich.

Das Prinzip Freifunk funktioniert über die sogenannten Freifunkrouter und eine spezielle Software. Wer sein eigenes Netz daheim mit anderen teilen möchte, braucht einen zusätzlichen Router. "Wir sprechen immer von einem Freifunkrouter, aber es ist ein ganz normaler Router, der gekauft wird. Erst mittels der kostenfreien Software wirt er zum Freifunkrouter", erklärte Bühler. Der Preis beträgt 30 Euro. Die Software, die kostenlos über die Freifunk-Internetseiten heruntergeladen werden kann, wird auf den eigenen Rechner gespielt. Danach verbindet man den neuen Router mit dem privaten Router und der Freifunk kann beginnen.

Sorgen in Sachen Haftung müsse sich niemand machen, denn die Störerhaftung, die für Deutschland gilt, sei geregelt. Keiner könne für Dritte, die den eigenen Anschluss nutzen und eventuell nicht legal handeln, verantwortlich gemacht werden.

Dem freien WLAN-Netz in der Fußgängerzone stand Friedrich Scholz vom Modehaus Schmitz etwas skeptisch gegenüber. "Ich weiß nicht, ob es ein wirklicher Standortfaktor ist. In meinem Haus habe ich ein WLAN, aber bis heute hat sich noch keiner meiner Kunden anmelden wollen. Ich denke, der Kunde möchte eine fachliche und persönliche Beratung und nicht surfen", bemerkte Scholz.

Etwas anders sieht es dagegen Dr. Winfried Tackenberg. "Alles, was man verbessern kann, sollte man machen. Gerade für die Jugend wird eine Innenstadt mit freiem WLAN interessant. So können wir Jugendliche in der Stadt halten", ist sich Tackenberg sicher.

Und man müsse in der Kreisstadt etwas tun, denn es sehe nicht gut aus, fügte er an. Er persönlich will das Thema vorantreiben und plant das Kaisereck dementsprechend auszurüsten. Tackenberg selber setzt auf Freifunk, denn "ich selber finde es nervig, wenn ich mich irgendwo einlogge und direkt Werbung zu sehen bekomme", so seine Meinung.

Quelle: RP
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