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Viersen
Fünf Künstlerinnen und ein Kunstgenerator

Viersen. Fünf junge Leute haben es in die Auswahl für das Stipendium von NEW und Stadt Viersen geschafft. Sie stellen in der Galerie im Park aus. Von Sigrid Blomen-Radermacher

Und wieder ist es soweit: Die Finalistinnen für das Stipendium Kunstgenerator 2016 - tatsächlich sind es ausschließlich Frauen - stehen fest. Die Jury, bestehend aus Dr. Kruszynski von der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen, Professor Dirk Löbbert, Kunstakademie Münster, Jutta Pitzen als Vertreterin der Stadt Viersen sowie Bärbel Wickerath für die NEW - Stadt Viersen und NEW loben das Stipendium gemeinsam aus - wird demnächst ihr Votum finden und kundtun.

So lange können sich die Viersener selbst ihr Urteil bilden. Bis zum 23. August präsentieren sich die fünf Künstlerinnen, die den Sprung in die zweite Phase geschafft haben, in der Galerie im Park. Es sind Romina Abate, Marie Cantillon, Suna Kim, Katharina Monka und Nina Nowak.

Die fünf Künstlerinnen zeigen anregende Positionen der Installations-, Performance- und Bildhauerkunst in einer eigenständigen Ausdrucksform. Allen gemeinsam ist die Tatsache, dass ihre Kunst auf ausgesprochen komplexe Sachverhalte und Gedankengebäude verweist, dass sie einen intellektuellen Ansatz verfolgen.

Romina Abate, geboren 1982, lebt in Kassel. Ihre Installation "Das Meer hat viele Ufer" füllt den großen oberen Ausstellungsraum. Hier bildet ein PVC-Boden, der sich über fast die gesamte Länge erstreckt, eine Welle. Den Wasserfall gibt es in Form eines Buches über einen afrikanischen Wasserfall dazu, sie selber taucht auf einer Staffelei vor Birken, die wie Palmen wirken, sitzend auf. Jedes der zahlreichen Objekte bezieht sich aufeinander und führt zum nächsten.

Marie Cantillon, geboren 1987, lebt in Düsseldorf. Sie arbeitet mit dem Werkstoff Gips, aus dem sie rätselhafte Ruinenlandschaft, symmetrische Formen und Bühnenlandschaften erstellt. Auch wenn der Betrachter etwas zu erkennen vermeint - die Bedeutung bleibt offen.

Suna Kim, geboren 1979, lebt in Münster. Ihr "Coral Island" besteht aus einer verspiegelten Platte, auf der sich eine Vielzahl von Gipsbildern aneinanderreihen, die eine ebenso große Vielzahl an Assoziationen anbieten. Der Blick wandert folgerichtig von einem zum anderen, während sich die Beziehungen der Objekte in der Installation "Ginger" nicht erschließen.

Katharina Monka, geboren 1986, lebt in Düsseldorf. Sie entwickelte gemeinsam mit ihrem Galeristen eine Performance, von der der Besucher noch lediglich die "Überreste" sieht. Es geht um das Zeigen und Präsentieren von Kunst im Kunsthandel, um das Balzen um die Gunst der Käufer. Am Ende wird der Grafikschrank, aus dem die Werke entnommen werden, selbst zur Skulptur.

Nina Nowak, geboren 1984, lebt in Dortmund. Sie spielt mit einer Art Hals/Kinnprothese, die sich - wie in einem Bannerfoto zu sehen - an den vorderen Hals schmiegt und eine besondere Kopfhaltung erzwingt. Diese Prothesen verwandelt sie zu Skulpturen: In verschiedenen Materialien und Farbtönen kommen sie daher und eine wächst förmlich aus einer Lindenholzkommode hervor. Es sind verführerische Oberflächen, mit denen sie den Besucher zum Berühren verlockt.

Die Ausstellung in der Städtischen Galerie Viersen, Rathauspark 1, ist bis zum 23. August dienstags bis samstags von 15 bis 18 Uhr und sonntags von 11 bis 18 Uhr geöffnet. Am Dienstag, 18. August, findet in der Ausstellung um 13 Uhr der Kunst-Imbiss statt.

Quelle: RP
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