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Viersen
Fünf Musiker aus vier Ländern bei den Vespermusiken zu Gast

Viersen. Das Ensemble "International Brass" begeisterte Besucher in der evangelischen Kirche Süchteln.

Die Süchtelner Vespermusiken, Anfang der 90er-Jahre vom damaligen Kantor Udo Witt begründet, brauchen sich über mangelnden Publikumszuspruch nicht zu beklagen. Auch beim letzten diesjährigen Konzert war die Kirche an der Hindenburgstraße in Süchteln lückenlos besetzt, und Organisator Ottmar Nagel wies in seiner Begrüßung stolz auf einige für 2016 geplante Glanzpunkte hin.

Wie alte Bekannte wurden die Mitglieder von "International Brass" begrüßt und zeigten gleich in ihrem ersten Beitrag - Praeludium, Fuge und Ciacona von Dietrich Buxtehude - dass sie mit "normaler Blasmusik" nicht das Geringste gemein haben. Das Buxtehude-Orgelwerk - wie alle weiteren Vorträge vom Hornisten des Ensembles, Wilhelm Junker, gekonnt und der Stilistik entsprechend für Bläserquintett bearbeitet - erforderte von dem optimal harmonierenden Ensemble beachtliche Virtuosität, stilistische Sicherheit und großes Einfühlungsvermögen. All das bringen der Niederländer Willi Huppertz (1. Trompete und Hoch-B-Trompete), Waldemar Jankus aus Litauen (2. Trompete und Flügelhorn), die beiden Deutschen Wilhelm Junker (Horn) und Thomas Lindt (Posaune) sowie der Tubist Bernhard Petz aus Österreich in hohem Maße mit. Ansonsten wäre es unmöglich, derart anspruchsvolle Arrangements - beispielsweise von Johann Gabriel Rheinberger, Anton Bruckner ("Christus factus est pro nobis"), Wolfgang Amadeus Mozart (Adagio und Allegro für eine Orgelwalze) oder Antonio Vivaldi (Konzert für zwei Oboen, zwei Klarinetten und Basso continuo) - gültig zu interpretieren.

Doch der vielseitige Wilhelm Junker kann noch mehr: Er beherrscht inzwischen auch das Alphorn ganz famos und hat seine Kollegen - nach anfänglicher Skepsis - dazu überredet, ihn im "Concertino für Alphorn und Bläserquartett" zu begleiten. Diese einfallsreiche, spritzige und nur gemäßigt moderne Komposition aus Junkers Feder erklang nun auch in Süchteln und wurde regelrecht umjubelt. Mit dem beschwingten "Buglers Holiday" von Leroy Anderson endete eine anregende Bläserpräsentation, deren Auditorium vehement noch zwei Zugaben forderte.

Eine Anregung am Rande: Die Rückseite des Programmblattes war völlig frei - wie schön wäre es gewesen, wenn dort die Namen der Musiker und einige biografische Daten des inzwischen renommierten Quintetts zu finden gewesen wären.

(oeh)
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