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Viersen
Für eine atomwaffenfreie Zukunft

Viersen: Für eine atomwaffenfreie Zukunft
70 Jahre ist es her, dass Hiroshima und Nagasaki von Atombomben getroffen wurden und unmenschliches Leid entstand. Dieses Datum nahm jetzt die Viersener Gruppe der internationalen katholischen Friedensbewegung Pax Christi auf, um in der Viersener Fußgängerzone an diese Geschehnisse zu erinnern. FOTO: Franz-Heinrich Busch
Viersen. Die Pax Christi Gruppe Viersen erinnerte an die Atombombenabwürfe vor 70 Jahren über Hiroshima und Nagasaki. Die Friedensbewegung möchte die Stadt zum Beitritt der "Bürgermeister für den Frieden" bewegen. Ein Antrag ist geplant. Von Bianca Treffer

Es ist das große Plakat auf dem Boden, umkränzt von zahlreichen kleinen Feldblumensträußen und Sonnenblumen, das die Menschen in der Viersener Fußgängerzone innehalten lässt. Ein Kind ist auf dem Foto zu sehen. Es lässt vor dem Hintergrund des atomaren Doms von Hiroshima auf dem Motoyasu-gawa-Fluss eine Leuchtlaterne zu weiteren, sanft vor sich hinschaukelnden Laternen ins Wasser gleiten. Ein Foto, das in Hiroshima anlässlich einer Gedenkfeier der Oper der Atombombenabwürfe entstanden ist und das die Viersener bewegt.

Genau 70 Jahre ist es her, dass sowohl Hiroshima und Nagasaki von Atombomben getroffen wurden und unmenschliches Leid entstand. Dieses Datum nahm jetzt die Viersener Gruppe der internationalen katholischen Friedensbewegung Pax Christi auf, um in der Viersener Fußgängerzone an diese Geschehnisse zu erinnern, aber auch ein stückweit einen Beitrag zu leisten, damit ein Atombombenabwurf nie wieder geschieht. Pax Christi möchte die Stadt Viersen bewegen, den "Majors for Peace" (Bürgermeister für den Frieden) beizutreten. "10 000 Kommunen unterstützen dies weltweit. In Deutschland sind es 460. Gemeinden. Viersen ist noch nicht dabei und das würden wir gerne ändern", sagte Heinz Liedgens, Mitglied von Pax Christi. Es sei eine symbolische Wirkung, wenn eine Kommune sich erkläre, keine Lagerung von Atomwaffen zu dulden und sich vielmehr für die Ächtung und Abschaffung aller Atomwaffen auszusprechen, fügte Liedgens an.

Beim Gedenken startete die Friedensbewegung mit dem Sammeln von Unterschriften für einen Bürgerantrag, um die Stadt zu bewegen, der weltweiten Initiative beizutreten. "Gedenken an die Opfer von Hiroshima heißt nicht nur trauern, sondern auch sich einsetzen für eine Welt frei von Atomwaffen", hob Dr. Susanne Grabenhorst, Vorsitzende IPPNW (Internationalen Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges), in ihrer Rede hervor. Dass viele Viersener daran ein Interesse haben, zeigte sich bei den ausliegenden Unterschriftenlisten. 116 Unterschriften kamen während der zweistündigen Veranstaltung zusammen. "Es ist wichtig, dass die Öffentlichkeit mehr wahrnimmt, welche Gefahren nach wie vor gegeben sind. Solche Waffen in den Händen zu halten ist ein Wahnsinn", sagte Horst Meister, der sich seit mehr als 40 Jahren in der Anti-Atombewegung engagiert.

"Wir müssen mit unseren Mitteln dagegen angehen und das ist der Dialog. Mit einer klaren Positionierung dagegen können wir auf die Gefahren aufmerksam machen und den politischen Diskurs voranbringen", betonte die Grünen-Landtagsabgeordnete Martina Maaßen, die den Bürgerantrag ebenfalls unterschrieb. Während Rainer Blix von Pax Christi die damaligen Abwürfe der Atombomben und deren Auswirkung beschrieb, herrschte nachdenkliche Stille auf dem Sparkassenvorplatz.

"Wenn wir die Menschen aus Syrien und anderen Ländern sehen, die bei uns Asyl suchen, erfahren wir hier jeden Tag, was Krieg bedeutet", bemerkte FürVIE-Ratsherr Olaf Fander, der sich ebenfalls in die Liste für den Bürgerantrag eintrug. Grabenhorst informierte indes darüber, dass das Stockholmer Friedensforschungsinstitut weltweit von 16 000 Atomsprengköpfen ausgeht. Allein 200 würden ausreichen, um den Planeten in einen atomaren Winter zu stürzen.

Quelle: RP
 
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