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Tierisches Rätsel
Gänse-Trio verschwindet aus Wildgehege in Viersen

Gänse-Trio verschwindet aus Wildgehege in Viersen
Drei Streifengänse wie diese werden im Süchtelner Wildgehege vermisst. FOTO: randylgabriel
Viersen. Im städtischen Wildgehege auf den Süchtelner Höhen fehlen drei Streifengänse. Was mit den Tieren geschehen ist, ist unklar. Weggeflogen sind sie jedenfall nicht, sie hatten gestutzte Flügel. Möglicherweise wurden die Tiere gestohlen oder bewusst befreit. Von Daniela Buschkamp

"Irgendwelche Bekennerschreiben von Tierbefreiungsaktivisten gibt es nicht", sagt Stadt-Sprecher Frank Schliffke. Allerdings ist das Verschwinden der drei Gänse durchaus rätselhaft. Denn bereits vor zwei Wochen hatte sich jemand am Zaun des Gänsegeheges zu schaffen gemacht und diesen mit einem Holzklotz hochgestellt.

Als die Tiere das Gehege verließen

Das bot den Tieren die Chance, das Gehege zu verlassen – und zu einem Gänsemarsch aufzubrechen. Dieser führte sie allerdings nur in den Wald und wieder in die Hände der städtischen Mitarbeiter. Also kamen sie zurück in ihr Gehege.

Wann genau sie dort verschwunden sind, das kann die Stadtverwaltung jetzt nicht mehr nachvollziehen. Einzig den Zeitraum: "Irgendwann innerhalb der vergangenen Woche", denn: "Das Gänsegehege ist sehr weitläufig und dicht bewachsen", schildert Schliffke. Zwar würden die Tiere regelmäßig von den städtischen Mitarbeitern gefüttert. Allerdings würden nicht alle Gänse bei jeder Mahlzeit direkt anlaufen. Damit ist unklar, wie lange das Gänse-Trio schon weg sind. Erst gestern wurde sein Verschwinden bemerkt.

In Freiheit droht den Gänsen der sichere Tod

Ob bewusste Befreiung oder gar Diebstahl: Für die Streifengänse verspricht es keine gesunde Erfahrung zu werden. In Freiheit droht ihnen der sichere Tod – nicht nur durch den Fuchs. Die Tiere, die Vegetarier sind, Gräser und auch kleine Wassertierchen zu sich nehmen, könnten schlicht verhungern. "Die Gänse freizulassen wäre keine gute Idee", warnt Stadtförster Rainer Kammann. "Sie können sich nicht selbst versorgen und sind für jeden Fuchs eine leichte Beute." Als Kammann sie als zehn Monate alte Jungtiere bei einem Züchter kaufte, waren ihre Flügelspitzen bereits gestutzt.

Stadtförster Rainer Kammann sagt: "Die Gänse sind für jeden Fuchs eine leichte Beute." FOTO: Busch, Franz-H. jun.

Es ist nicht das erste Mal, dass das städtische Wildgehege von Tierdieben heimgesucht wird. Im vergangenen Jahr hatten Unbekannte zwei Ziegen gestohlen. Eine tauchte später in Mönchengladbach wieder auf. Zudem ereignen sich laut Schliffke auf den etwas abgelegenen Süchtelner Höhen "immer mal wieder leichte Fälle von Beschädigungen".

Stadt hat Anzeige wegen Diebstahls erstattet

Bei der Verwaltung wird gerätselt, warum jemand Interesse an den drei Streifengänsen haben könnte. Dem Biologen Ansgar Reichmann zufolge "eignen sich die Tiere nicht zum Verzehr, erst recht nicht im Alter von sieben Jahren". – "Oder jemand wollte sie als Ziervögel für den Garten", vermutet der Stadtförster. Keiler Otto, 15 Kamerunschafe, das Rotwild und die Wildschweine müssen nun ohne die Gänse auskommen. Die Stadt hat Anzeige wegen Diebstahls erstattet. Neue Streifengänse werden wohl vorerst nicht angeschafft.

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